Der rote Punkt

Der rote Punkt

Bernhard Honsel:

Der rote Punkt – Eine Gemeinde unterwegs

Das 1983 (2. Auflage 1985) von Bernhard Honsel zusammen mit einem Redaktionsteam herausgegebene Buch ist vergriffen. Ab und zu ist es über ein Antiquariat zu bekommen. Darum können wir es hier als Scan zur Verfügung stellen: Der rote Punkt

Auch über Google Bücher

Die im Buch auch angesprochene Gottesdienstübertragung des ZDF an Pfingsten 1973 ist auf unserer Seite auf YouTube abrufbar. Start unterwww.youtube.com/watch?v=tHFnFUaNuuc 

Aus dem Vorwort des Buches:

Dieses Buch beschreibt den Weg der Gemeinde St. Ludwig in Ibbenbüren von 1967 bis 1982.

Als ich 1967 Pfarrer dieser Gemeinde wurde, war das Konzil in Rom gerade beendet. Viele Anregungen waren von ihm ausgegangen und bewegten die Kirche, und sie bewegten auch mich, der ich vor einer neuen Aufgabe stand. So versuchte ich, in und mit der Gemeinde den Auftrag des Konzils zu verwirklichen: »Kirche in der Welt von heute«.

Anfangs standen Fragen der innerkirchlichen Orientierung und Reform im Vordergrund: Mitverantwortung der Laien, Liturgiereform, Fragen des Glaubens und der persönlichen Ethik. Deren Erörterung führte zu harten Auseinandersetzungen in der Gemeinde und darüber hinaus. Gerade diese aber bewirkten, daß sich Menschen aller Altersstufen, aller Schichten für die Gemeinde interessierten und engagierten. Sie erlebten und erkannten: Gemeinde, Kirche – das sind wir. Besonders deutlich wurde das im Jahre 1973, als der Kaplan und der Diakon versetzt wurden und keine Nachfolger mehr für sie kamen. Nach anfänglichem Schock und einer Zeit der Reflexion übernahmen die Laien bewußter Verantwortung. Immer mehr Frauen und Männer stellten sich in den Dienst der Gemeinde. Sie übernahmen Aufgaben, die früher nur dem Priester als Amtsträger vorbehalten waren. Die klassischen Aufgaben der Pastoral, nämlich Katechese, Diakonie und Liturgie, wurden so Aufgaben der Gemeinde. Damit stellte sich uns auch die Frage nach dem Amt, nach der Struktur der Kirche neu.

Wie sind wir dazu gekommen, ein Buch zu schreiben?

Den ersten Anstoß gab Adolf Exeler, Professor für Pastoraltheologie an der Universität Münster, als er uns im Jahre 1974 mit einigen Studenten besuchte.

In den folgenden Jahren erhielten wir Anfragen von Studenten und von verschiedenen Gruppen anderer Gemeinden, die zum Erfahrungsaustausch zu uns kamen.

Nach gründlichem Bedenken bildete sich im Sommer 1980 ein Redaktionsteam. Dieses hat in mehreren Sitzungen das Konzept des vorliegenden Buches entwickelt und seine Entstehung bis heute kritisch begleitet. Wir nahmen uns von Anfang an vor, mit unserer Gemeinde und für unsere Gemeinde zu schreiben, denn wir hofften, auf diese Weise glaubwürdig und auch für andere verständlich berichten zu können.

Auf Versammlungen und von der Kanzel habe ich die Gemeindemitglieder gebeten, Erfahrungen, die sie im Laufe der Jahre gemacht hatten, aufzuschreiben, damit die Darstellung unseres Weges eine möglichst breite Grundlage habe. Viele haben geschrieben, andere kritisch gelesen; fast alle Anregungen sind in das Buch aufgenommen worden. Damit entspricht die Art seiner Entstehung dem Arbeitsstil unserer Gemeinde.

Ich danke jedem für seinen besonderen Beitrag und Einsatz.

Besonders danken möchte ich denMitgliedern desRedaktionsteams.

Die Hauptlast der Arbeit haben mit mir getragen Gerda Deitert (Religionspädagogin) und Anne Wolf (Gemeindesekretärin), vor allem in den letzten Monaten. Ihrem Mitdenken und Durchhalten verdanke ich, daß dieses Buch jetzt erscheinen kann. Das Überdenken unseres Weges und der Versuch, diesen zu beschreiben, haben uns zu verstärkter Reflexion geführt. Wir haben dabei manche Erkenntnisse gewonnen und Mut bekommen, uns neuen Aufgaben zuzuwenden.

In den zwanzig Jahren seit der Eröffnung des Konzils hat sich unsere Fragestellung erweitert. Die Kirche ist nicht mehr so sehr mit sich selbst beschäftigt, sie wendet sich stärker drängenden Problemen der Menschheit zu. Wir leben in einer Industriegesellschaft, doch die Grenzen des Wachstums werden sichtbar. Die Fragen der Arbeitswelt verlangen neue Antworten. Der Gefahr der Ausbeutung und der Zerstörung der Erde durch die Industrie und durch einen eventuellen Krieg muß begegnet werden. Die klassischen Aufgaben der Pastoral bekommen auf dem Hintergrund der heutigen Weltsituation immer konkreteren Bezug zum Dienst an der Welt.

Ich möchte daher den Wunsch des Redaktionsteams weitergeben: Dieses Buch soll andere Gemeinden ermuntern, eigene neue Wege zu suchen, zu gehen und vielleicht ebenfalls darüber zu berichten. So könnten wir einander im Glauben stärken.

Ibbenbüren, 8. Dezember 1982

Bernhard Honsel

Titel: Der rote Punkt : e. Gemeinde unterwegs / Bernhard Honsel
Verfasser: Honsel, Bernhard
Ausgabe: 2. Aufl.
Verleger: Düsseldorf : Patmos-Verlag
Erscheinungsjahr: 1985
Umfang/Format: 167 S. : Ill. (farb.), graph. Darst. ; 21 cm
ISBN: 3-491-72126-1