Du führst mich hinaus ins Weite

Du führst mich hinaus ins Weite

Bernhard Honsel:

Du führst mich hinaus ins Weite

Predigten aus vier Jahrzenten

Ibbenbüren 2010

ISBN 987-3-00-032519-9

150 Seiten – 12,00 Euro

Erhältlich im Pfarrbüro St. Ludwig und über die Buchhandlungen

Honsel: Du führst mich hinaus ins Weite (Datei 3211) Diese Infos zum Herunterladen



Vorwort

Als ich vor einiger Zeit Ansprachen, die ich im Laufe von Jahrzehnten konzipiert und gehalten habe, noch einmal in Ruhe las, war ich überrascht und tief berührt.

Manche entsprachen dem, was ich heute noch denke und empfinde, vor allem bestärkten sie mich im Glauben und in der Hoffnung, dass unser christlicher Glaube auch in schwieriger Zeit möglich ist.

Dann wuchs in mir der Gedanke, diese Ansprachen zusammenzubinden, weil sie mir deutlich machen, was mich im Glauben an Gott und Jesus Christus trägt und was meine Anliegen in der Verkündigung waren und sind.

Ich bat Bekannte, einige Ansprachen kritisch zu lesen und mir ehrliche Rückmeldungen zu geben. Alle haben die Ansprachen mit Interesse gelesen und Impulse für ihr gläubiges Leben erhalten. Viele ermunterten mich, die Ansprachen zu veröffentlichen und sie für andere zugänglich zu machen.

Ich gehöre zu der Generation, die, aus dem Krieg heimgekehrt, eine neue Ordnung für Kirche und Gesellschaft suchte. Durch das Studium in Tübingen habe ich das Evangelium als befreiende Botschaft erfahren. Das hat mit zur Wahl meines Berufes geführt. Ich studierte Theologie in Tübingen und Münster und wurde am 15. August 1953 zum Priester geweiht. Nach meinem Studium hat das II. Vatikanische Konzil meine Pastoral entscheidend geprägt, z. B. durch Impulse zur Erneuerung der Kirche und durch ihre Öffnung zum Hier und Heute.

Bei allem, was sich seither in der Kirche geändert hat – der eigentliche Paradigmenwechsel steht meines Erachtens noch aus: der Wandel von der hierarchisch strukturierten zur offenen geschwisterlichen Kirche. Er wird von der Basis herbeigeführt werden müssen.

Und zwar wo gläubige Menschen ihre Lebensgeschichte als Glaubens- und Heilsgeschichte erkennen, einander erzählen und danach leben, wo sie selbstbewusst das Gemeindeleben mittragen und ihre Verantwortung für die Zukunft der Welt wahrnehmen.

Ich weiß, dass auf diese Weise in vielen Gemeinden das Neue wächst.

23 Jahre war ich Pfarrer in der Gemeinde St. Ludwig, Ibbenbüren. Die Erfahrungen, die wir nach dem II. Vatikanischen Konzil auf dem Weg zur offenen, geschwisterlichen Gemeinde gemacht haben, sind zusammengefasst in dem Buch „Der Rote Punkt – Gemeinde unterwegs“.

Als Ordnungsprinzip dieses neuen Buches habe ich bewusst die chronologische Reihe gewählt, weil sich darin die Vielfalt der Themen, die in der normalen Pfarrei anfallen, zeigt und auch eine gewisse Entwicklung deutlich wird.

Als Auswahlprinzip zum Lesen kann es sinnvoll sein, zunächst die Themen zu wählen, die dem Lesenden nahestehen oder ihn besonders reizen, weil sie bisher wenig bedacht worden sind.

Die Evangelientexte sind nur dann abgedruckt, wenn die Ansprache ausschließlich darauf beruht. Im Übrigen ist es hilfreich, die Bibel zur Hand zu nehmen und die angegebene Stelle nachzulesen.

Die Atmosphäre eines Gottesdienstes wird stark durch die Ansprache geprägt. Ebenso wichtig sind die Schriftstellen, die Gebete und die Offenheit der Teilnehmer. Eine entscheidende Rolle spielt jeweils die Musik. Als Beispiel, das mir in besonderer Erinnerung ist, habe ich den Gottesdienst anlässlich des 40- jährigen Jubiläums des Chores mit Gebeten und Liedern angegeben, weil darin erkennbar wird, was für jeden Gottesdienst gilt: Er muss stimmig sein, dann kann er als Ganzes Verkündigung werden.

Ibbenbüren, im September 2010

Bernhard Honsel


Inhalt

Vorwort

Gebt, dann wird auch euch gegeben werden
(Beerdigung von Herrn H.) 13. September 1973

Gemeinde, Ort der Geschwisterlichkeit
(25-jähriges Priesterjubiläum) 20. August 1978

Wenn Gott Mensch würde
(Weihnachten) 5. Dezember 1983

Hier bin ich, du hast mich gerufen
(Beerdigung Frau H.) 19. Juli 1992

Verleih deinem Knecht ein hörendes Herz
(17. Sonntag im Jahreskreis) 24. Juli 1993

Als Volk Gottes unterwegs
(40-jähriges Priesterjubiläum) 15. August 1993

Du freie Stadt Jerusalem
(40 Jahre Chor und Orchester) 1994

Geborgen in der Liebe Gottes
(Beerdigung von Herrn D.) 24. Februar 1995

Ihr seid das Salz der Erde
(50 Jahre Kriegsende) 6. Mai 1995

Maria, Zeichen der Hoffnung
(Aufnahme Mariens in den Himmel) 12. August 1995

Freuet euch, der Herr ist nahe
(70. Geburtstag – Dritter Advent) 17. Dezember 1995

Der Rote Punkt – Herausforderung und Zuspruch
(Pfingsten) 1996

Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer
(70 Jahre Sozialdienst katholischer Frauen) 31. August 1997

Ostern, Fest des Aufbruchs, Fest des Glaubens an das Leben
(Osternacht) 11. April 1998

Nicht nur vom Brot lebt der Mensch
(Erster Fastensonntag) 21. Februar 1999

Was willst du, das ich dir tun soll?
(30 Jahre Caritasverband) 25. April 1999

Taborstunden – Stunden der Gnade
(Fest der Verklärung des Herrn) 5. August 2000

Gott wird alle Sehnsucht stillen
(75. Geburtstag – 3. Advent) 17. Dezember 2000

Für das Vergangene Dank – für das Kommende mein Ja
(Silvester/Neujahr) 2000/2001

Gott, ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast
(Fest der Ehrenamtlichen) 27. Oktober 2002

Liebe dein Leben, entfalte deine Talente
(Beerdigung von Herrn L.) 8. April 2003

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
(Dreifaltigkeitssormtag) 2004

Das Reich Gottes ist mitten unter uns
(3. Sonntag im Jahreskreis) 23. Januar 2005

Manchmal feiern wir mitten am Tag ein Fest der Auferstehung
(3. Sonntag der Osterzeit) 10. April 2006

Mein Leben geht weiter
(Beerdigung von Herrn J.) 22. Juni 2006

Von Gott geliebt und gesandt
(Christkönig) 2006

Es ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt
(Ehe – Geschiedene – Wiederverheiratete) 8. Oktober 2006

Zeugen der Wahrheit
(Allerheiligen) 2006

Steh auf und geh
(25 Jahre Kreuzbund) 17. März 2007


Bernhard Honsel ist 1925 als siebentes von zehn Kindern auf einem Bauernhof in Bocholt geboren. Mit 17 Jahren wurde er Soldat, schwer verwundet und geriet in sowjetische Gefangenschaft. Nach der Entlassung konnte er 1946 das Abitur machen. 1948- 1953 studierte er Philosophie und Theologie an den Universitäten Tübingen und Münster. 1953 zum Priester geweiht, arbeitete er als Kaplan in Schöppingen und Emmerich und als Bezirksvikar im Bischöflichen Kommissariat Niederrhein. 1965-1967 war er Bundeskaplan der CAJ, 1967-1990 Pfarrer in St. Ludwig, Ibbenbüren. 1990-2003 wirkte er in der Aus- und Weiterbildung von SeelsorgerInnen, LehrerInnen und ErwachscnenbildnerInnen. Seit 2004 ist er Subsidiar m.d.T. Pfarrer in lbbenbüren Heilig-Kreuz.

Aus seiner Tätigkeit und Erfahrung sind Bücher entstanden: „Jeder Tag ein neuer Anfang – Zwölf Bußgottesdienste“ (Marthias-Grünewald-Verlag 1974) und „Der rote Punkt – Eine Gemeinde im Aufbruch“ (Patmos Verlag 1982 u. 1983). Mit diesem dritten Band legt er nun Predigten aus vier Jahrzehnten vor. Sie spiegeln seine Arbeit als Seelsorger mit ihren vielfältigen Anlässen: Feste des Kirchenjahrs – Advent, Weihnachten, Neujahr, Ostern, Pfingsten -, besondere Gedenktage – Kriegsende, Jubiläen von Ehrenamtlichen, Priesterjubiläen -, Kasualien, aktuelle Anlässe … In dieser ganzen Bandbreite pastoraler Tätigkeit zeichnet sich das sehr persönliche Bild einer priesterlichen Existenz heute.