Gemeinde

Vier Kirchen und Gemeinden mit Geschichte

Ibbenbüren St. Johannes Bosco

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand auf dem Gelände des aufgelassenen Gutes Langewiese eine Siedlung, in der 1960 bereits 1.850 Katholiken wohnten. Kirchbauplanungen begannen 1958. Mit der Errichtung eines seelsorglich selbständigen Pfarrektorates wurde 1964 der Bereich unter Einbeziehung eines Teilgebietes aus der Pfarre Püsselbüren Herz Jesu von St. Ludwig abgetrennt. Die Pfarrerhebung erfolgte 1965.

Ibbenbüren St. Ludwig

Die bauliche Entwicklung der inneren Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg zwischen den Landstraßen nach Dörenthe und Brochterbeck (sog. Neustadt) sowie in Langewiese machten eine Aufteilung der Pfarre St. Mauritius erforderlich. Mit der Errichtung eines seelsorglich selbständigen Pfarrektorats wurde 1952 das südliche Stadtgebiet mit Langewiese sowie den Bauerschaften Leben und Schierloh von St. Mauritius abgetrennt. Die Pfarrerhebung erfolgte noch im selben Jahr. Das zur Pfarre gehörende Teilgebiet der Bauerschaft Dörenthe wurde mit dem Brochterbecker Anteil 1963 als Pfarrektorat seelsorglich und vermögensrechtlich verselbständigt. Der größte Teil von Langewiese und die Bauerschaft Schierloh gelangten 1964 zum neuen Pfarrektorat St. Johannes Bosco.

Ibbenbüren (Dörenthe) St. Modestus

1487 wird eine Katharinenkapelle an der Landstraße Ibbenbüren-Münster erwähnt. Vermutlich wurde sie unter Graf Konrad von Tecklenburg in der Reformationszeit abgebrochen. Auf dem Platz, der die Flurbezeichnung »Kiärkhoff« trägt, stehen zwei alte Steinkreuze (16. Jahrhundert?). In der Bauerschaft Dörenthe entwickelte sich seit der Jahrhundertwende in der Nähe des Dortmund-Ems-Kanals an der Münsterstraße eine dörfliche Ansiedlung. Bestrebungen zum Kirchbau gab es seit 1914. Nach 1945 fand Sonntagsgottesdienst zunächst im Privathaus Ottmann, später auf dem Hof Ahmann statt. Ein Kapellenbauverein konstituierte sich 1947. Der 1949 eingerichtete Seelsorgebezirk wurde 1963 als seelsorglich und vermögensrechtlich selbständiges Pfarrektorat von Brochterbeck und Ibbenbüren St. Ludwig abgetrennt. Die Pfarrerhebung erfolgte 1985.

Tecklenburg (Brochterbeck) St. Peter und Paul

Auf dem Oberhof Brochterbeck (1150 Brotterbike) gründeten die Ritter von Brochterbeck, Tecklenburger Ministeralen, eine Eigenkirche, die 1198 als Kapelle und 1320 als Pfarrkirche genannt wird. Das Kirchspiel wurde von der Urpfarre Ibbenbüren abgetrennt und unterstand dem Archidiakonat des Dompropstes in Osnabrück. Als Patrozinium galt anfangs St. Maria, später St. Katharina. Erst im 17. Jahrhundert werden St. Peter und Paul genannt. Brochterbeck wurde 1515 als Teil der Obergrafschaft mit der Niedergrafschaft Lingen vereinigt. Nach 1541 führte Graf Konrad von Tecklenburg das evangelische Bekenntnis ein. Unter den Oraniern wurde 1592 ein reformierter Prediger ernannt, der 1605 wiederum durch einen katholischen Geistlichen ersetzt wurde. Durch das oranische Reformationsedikt von 1648 wurden Kirche und Kirchengüter endgültig den Reformierten übertragen. Da den Katholiken seit 1674 jegliche Religionsausübung untersagt war, erbauten sie in der Bauerschaft Dörenthe beim sog. Haarhause auf dem Hof Stork eine Notkapelle. 1702 fiel die Grafschaft Lingen an den preußischen König. Aufgrund der »Concession der katholischen Religionsausübung« Friedrich Wilhelm I. von 1717 konnten die Katholiken 1718 eine einfache Fachwerkkirche errichten, die bis 1809 in Gebrauch war. Wegen Einsturzgefahr des Gebäudes wurde von 1809 bis zum Neubau der heutigen Pfarrkirche im Jahr 1860 die evangelische Kirche mitbenutzt. 1821 kam Brochterbeck zum Bistum Münster. Ein Teil der Bauerschaft Dörenthe wurde 1903 nach Ibbenbüren umgepfarrt, 1963 aber wieder abgetrennt, als Dörenthe zu einem seelsorglich und vermögensrechtlich selbständigen Pfarrektorat erhoben wurde. Das Pfarrgebiet umfaßt heute neben dem Dorf die Bauerschaften Holthausen, Horstmersch, Oberdorf, Niederdorf und Wallen-Lienen.

aus: Werner Thissen (Hrsg.), Das Bistum Münster, Bd III: Die Pfarrgemeinden, Münster 1993, S. 310-324

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