25/50 Jahre Kindergarten St. Ludwig

25/50 Jahre Kindergarten St. Ludwig

Gold-silbernes Jubiläum im Kindergarten/Familienzentrum St. Ludwig: am Sonntag, 21. August 2016, beginnend um 11 Uhr in der Ludwigkirche.

In diesem Jahr haben wir einen doppelten Grund zum Feiern: Das goldene Jubiläum, denn vor 50 Jahren – im Juni 1966 wurde der dreigruppige St. Ludwig Kindergarten – der heutige Alte Kindergarten – fertiggestellt. Damals war Antonius Wessels Pfarrer in St. Ludwig, die erste Kindergartenleiterin hieß Hildegard Niemann. Auch Brigitta Wiggers, die viele Jahre unsere Gemeinde aktiv mitgestaltet hat, arbeitete im ersten Kindergartenteam als „Kindergärtnerin“ mit.

Bereits elf Jahre später stellte sich heraus, dass drei Kindergartengruppen nicht mehr ausreichten. Der erste Antrag auf Erweiterung des Kindergartens wurde im Mai 1977 unter Pfarrer Bernhard Honsel gestellt. Es brauchte aber doch noch einige Jahre Geduld und Engagement, bis der neue Kindergarten gebaut werden konnte.

Und damit kommen wir zum silbernen Jubiläum: Im August 1991 wurde der neue 4-gruppige Kindergarten bezogen und im Dezember 1991 von Pfarrer Martin Weber offiziell eingeweiht.

3Plakatentwürfekl„Die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns mit uns ihnen.“ (Ovid, römischer Dichter, 48 v. Chr. – 18 n. Chr.) Wir machen im Laufe unserer „Kindergartenzeit“ dieselbe Erfahrung, wie Ovid sie beschreibt. Denn sowohl die Pädagogik als auch die verschiedenen Betreuungsformen nahmen eine lebhafte Entwicklung, die sich nach wie vor an den jeweiligen wissenschaftlichen Erkenntnissen und der gesellschaftlichen Entwicklung orientieren.

1966 waren die Kinder z. B. mindestens 3 Jahre alt, bevor sie den Kindergarten besuchten. Noch zur Zeit meines Berufseinstiegs (1981) wurde für die Aufnahme eines Kindes vorausgesetzt, dass das Kind „trocken“ war. Heute werden Kinder ab 4 Monaten aufgenommen und das Wickeln und „trocken werden“ gehören zum Alltag. Dabei geht es nicht nur um die Pflege, sondern auch um Bildung: z. B. wird durch Spiele, Lieder, Wand- und Deckenspiegel die Körperwahrnehmung geschult. Auch die Selbständigkeit wird gefördert, indem die Kinder mithelfen, alle Sachen zusammenzutragen.

Die tägliche Verweildauer eines Kindes im Kindergarten hat sich ebenso dem gesellschaftlichen Wandel angepasst. 1966 waren die Mütter meistens zu Hause und kümmerten sich in erster Linie um Kinder und Haushalt. Damals war es auch noch nicht selbstverständlich, dass alle Kinder im Kindergarten angemeldet wurden. Die Kinder aßen mittags zu Hause und nur wenige Kinder besuchten den Kindergarten am Vor- und Nachmittag. Mit der zunehmenden Berufstätigkeit beider Elternteile nahm auch der Bedarf an längeren Betreuungszeiten zu. Seit 1992 werden in unserem Kindergarten Kinder über Mittag betreut. In den ersten Jahren waren es nur einige Kinder, heute essen von 101 Kindern 76 Kinder im Kindergarten und 54 Kinder sind für die Ganztagsbetreuung anmeldet.

Über den Wandel im Kindergarten könnte man Bücher füllen. Deshalb nur einige Eckdaten: 1997 stellten wir den ersten Antrag auf „wohnortnahe Integration“ und betreuen seitdem Kinder mit Behinderung und Entwicklungsverzögerung. 2002 wurde der „Alte Kindergarten“ mit einer fünften Gruppe wieder in Betrieb genommen, zunächst als Übergangslösung, seit 2013 als dauerhafte Gruppe mit entsprechendem Umbau für Kinder unter drei Jahren. 2002 und im Frühjahr 2016 wurde der Spielplatz des Hauptgebäudes naturnah umgestaltet und erweitert.

2006 nahmen wir an der Pilotphase zur Weiterentwicklung als Familienzentrum teil und wurden 2007 mit einer Auszeichnung „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ zertifiziert. Seitdem bieten wir zusätzlich zum gesetzlichen Auftrag als Kindertageseinrichtung familienunterstützende Angebote in den Bereichen „Bildung, Beratung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ in Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern an. Die Angebote richten sich übrigens auch an Familien, deren Kinder nicht unsere Einrichtung besuchen. Last but not least dürfen wir uns seit 2010 „Haus der kleine Forscher“ nennen.

50 Jahre und 25 Jahre Kindergarten St. Ludwig! Das Motto unseres Jubiläums lautet: „Ich habe einen Schatz gefunden!“ Denn das Wichtigste und der größte Schatz zu jeder Zeit sind die Menschen, die in unserem Kindergarten miteinander leben. In erster Linie sind das natürlich die Kinder mit ihren Familien, die im Mittelpunkt stehen. Ebenso auch die Mitarbeiterinnen, die täglich ihren Beruf als Berufung verstehen. Die Ehrenamtlichen und Kooperationspartner, die die Familien und Mitarbeiterinnen praktisch unterstützen. Der Träger und die (ehrenamtlichen) Trägervertreter, die sich durch ihre „tragende“ Rolle vielfältig engagieren. Die Menschen in unserer Kirchengemeinde und die Gremien, die unseren Kindergarten als wichtige Institution der Gemeinde wertschätzen und durch ein lebendiges und offenes Miteinander in das Gemeindeleben einbeziehen.

„Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen“ (afrikanisches Sprichwort und Leitgedanke unseres Familienzentrums). Und dem ganzen „ganzen Dorf“ möchten wir „Danke!“ sagen und Sie alle zu unserer Jubiläumsfeier am Sonntag, 21. August, einladen.

Margret Evers
Leiterin des Familienzentrums St. Ludwig