Bischof zur Fusion: Stadtpfarrei - aber nicht sofort

Bischof zur Fusion: Stadtpfarrei – aber nicht sofort

An die Kirchenvorstände und Pfarreiräte der Pfarreien
– Ibbenbüren Heilig Kreuz, Groner Allee 54, 49477 Ibbenbüren
– lbbenbüren Ss. Mauritius-Maria Magdalena, Alte Nordstr. 2, 49477 Ibbenbüren
& die Seelsorgekonferenz in Ibbenbüren, Dechant St. Dördelmann, Alte Nordstr. 2, 49477 Ibbenbüren

08.07.2016

Liebe Schwestern und Brüder in Ibbenbüren,

seit einiger Zeit gibt es in Ihrer Stadt die Frage, wie die Struktur der bisher drei Pfarreien in den zehn verschiedenen Gemeinden und Kirchorten in Zukunft aussehen soll. In Gesprächen bei Ihnen vor Ort, hier in Münster, in gemeinsamen Gesprächen zwischen den Pfarreiräten und Kirchenvorständen und mit Vertretern der Bistumsleitung innerhalb der letzten 18 Monate wurden unterschiedliche Gesichtspunkte ausgetauscht.

Vor fast einem Jahr erreichten mich zwei sehr unterschiedliche Briefe aus Ibbenbüren: In einem wurde deutlich, dass der Pfarreirat und der Kirchenvorstand von Heilig Kreuz, der Pfarreirat und der Kirchenvorstand von Ss. Mauritius-Maria Magdalena sowie der weitaus größte Teil der Seelsorgekonferenz auf Stadtebene sich einsetzt für die baldige Errichtung der einen großen Stadtpfarrei Ibbenbüren. Die Strukturdebatte sollte endlich ein Ende bekommen. Die Bezüge auf Stadtebene seien doch sehr groß. Und außerdem müsse Fusion ja nicht bedeuten: Zentralisierung und Verhindern von Aktivitäten vor Ort. Da nach dem Struktur- und Stellenplan des Bistums Münster für Heilig Kreuz und Ss. Mauritius-Maria Magdalena ohnehin eine „kleine“ Fusion auf der Tagesordnung stand, war für diese Pfarreien zwar der Gedanke der einen großen Stadtpfarrei neu, nicht aber das Sich-Beschäftigen mit einer weiteren Fusion.

Anders war dies im zweiten Brief der Gremien von St. Franziskus. Sie sollten nach dem Struktur- und Stellenplan eine selbständige Pfarrei bleiben, waren deshalb auf das Thema „große Fusion“ zu einer Stadtpfarrei wesentlich weniger vorbereitet. Deshalb drückte der Brief von St. Franziskus auch unmissverständlich aus: Wir möchten nach all der Unruhe in unserer Fusionsgeschichte jetzt nicht erneute Zusammenschlüsse.

Nach allen Abwägungen und vielen Gesprächen, nach Reifenlassen und Beten habe ich mich nach diesen Briefen im Sommer 2015 für folgende Haltung entschieden: Ich möchte die eine große Stadtpfarrei Ibbenbüren. Ich möchte aber auch die Gremien von St. Franziskus überzeugen.

Deshalb habe ich mich persönlich engagiert und Vertreter von St. Franziskus in Münster empfangen, habe mir Verwundungen aus der Vergangenheit angehört und bin auch im Februar bei einem Besuch in Ibbenbüren mit dem Kirchenvorstand und Pfarreirat von St. Franziskus zusammengekommen. Gerade der Gedanke, dass in der einen großen Stadtpfarrei neue Leitungsstrukturen an den einzelnen Kirchorten ausprobiert werden können, war mir dabei wichtig. Auch wollte ich ein wenig Zeit lassen, um sich mit dem Gedanken der einen großen Stadtpfarrei anzufreunden und sich von guten Erfahrungen aus der Nachbarschaft in Rheine berichten zu lassen. Dieses Gespräch hat zwar interessante und konkrete Wege aufgezeigt, hat aber die Haltung in den Gremien von St. Franziskus nicht wesentlich verändert. Der letzte Brief sagt es deutlich: Wir wollen jetzt keine Fusion.

Wie stellt sich jetzt die Situation dar?
Zum einen warten die Gremien von Heilig Kreuz und Ss. Mauritius-Maria Magdalena sowie die Seelsorgekonferenz auf eine Antwort von mir.
Zum anderen hat es personelle Veränderungen gegeben und wird es sie geben:
Die Pastoralreferentinnen von Heiligkreuz und Ss. Mauritius-Maria Magdalena sind gegangen und eine Neubesetzung kann nur erfolgen, wenn die Struktur klarer wird.
Pfarrer Paul Greiwe wird zum 1. September nach Emsdetten wechseln, und es wird keinen neuen eigenen Pfarrer für St. Franziskus geben.
In Ss. Mauritius-Maria Magdalena beginnt ein Neupriester seinen Dienst, und im Herbst wird noch ein älterer Priester in Ibbenbüren erwartet.

Aus all diesen Gründen habe ich mich für folgendes Vorgehen in Ibbenbüren entschieden:

Erstens:
Ich nehme die Entscheidung in St. Franziskus ernst und setze die Fusion zu einer großen Stadtpfarrei zum jetzigen Zeitpunkt nicht durch.

Zweitens:
Angesichts der kirchlichen Entwicklung und der Gesamtsituation in Ibbenbüren bleibe ich dennoch der Meinung, dass das Ziel der einen großen Stadtpfarrei Ibbenbüren der richtige Weg ist. Deshalb habe ich auch den Gremien von St. Franziskus die Bitte vorgetragen, in einem guten Miteinander sowohl mit den beiden anderen Gemeinden Heilig Kreuz und Ss. Mauritius-Maria Magdalena als auch mit dem Seelsorgeteam zu bleiben.

Drittens:
Ich habe Pfarrer Stefan Dördelmann für die nächsten Jahre die Pfarrverwaltung in St. Franziskus übe1iragen. Ebenso habe ich die übrigen pastoralen Mitarbeiter des Teams für alle Pfarrgemeinden ernannt.

Viertens:
Auch bitte ich darum, in dem einen Seelsorgeteam und der einen Seelsorgekonferenz unter der Leitung von Pfarrer Dördelmann die Ressourcen der Seelsorgerinnen und Seelsorger auf Stadtebene einzusetzen und beim Pastoralplan und der lokalen Kirchenentwicklung immer die ganze Stadt in den Blick zu nehmen.

Ich wünsche Ihnen dabei gutes Gelingen, gute Ideen und ein gutes Miteinander. Ich verspreche Ihnen, weiterhin den Weg mit Interesse und meinem Gebet zu begleiten und versichere Ihnen auch die Unterstützung der verschiedenen Stellen im Bischöflichen Generalvikariat besonders des Seelsorgeamtes.

Mit guten Wünschen für die bevorstehende Sommerzeit verbleibe ich
Ihr
gez. + Felix Genn

Bischof zur Fusion 2016 07 09

 


Weitere Informationen zur „Fusionsgeschichte“: http://heiligkreuz.info/?p=4441

http://alt.heiligkreuz.info/gemeinde/public/inhalt.php?id_artikel=1825


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