„Eine Reise ins grüne Herz Europas“

Gemeindefahrt 2014

Mit Heilig Kreuz auf Tour

Reisebericht

über die 20. Gemeindefahrt; „Eine Reise ins grüne Herz Europas“

 

 

„Hauptsach gudd gess“ sagt der Saarländer. Achtmal hat das Saarland in den letzten 200 Jahren die Nationalität geändert. Hätten die Saarländer da jedes Mal die Speisekarte umschreiben sollen? Sie nahmen das Beste aus jeder Landesküche und dieser Mix macht das kleinste Bundesland heute zu einem kulinarischen Juwel. Neben den unterschiedlichen kulinarischen Genüssen, hat das Saarland gute Weine, eine herrliche Natur, die schönsten Seen, die prächtigsten Burgen und Schlösse und vieles mehr zu bieten. Und das Beste daran: Alles ist nur ein Katzensprung voneinander entfernt.

1. Tag: Dienstag, 24. Juni

Am frühen Morgen ein pünktlicher Start mi 47 Teilnehmern vom Betriebshof der Firma Strier über die Autobahn in Richtung Süden. Mit einem gemeinsamen Morgengebet und einigen Liedern, holten wir uns den himmlischen Segen für diese Reise. Nach einer gemeinsamen Frühstückspause in der Raststätte „Motel Remscheid Ost“, ging es dann gut gestärkt weiter an Köln vorbei, durch das Ahrgebirge in das Städtchen Manderscheid, gelegen im Herzen der Vulkaneifel. Hier trafen wir zur Mittagspause im Restaurant „Heidsmühle“ ein. Nach der Pause fuhren wir weiter durch das herrliche Liesertal zum Kloster Himmerod im Salmtal. Dort leben seit 1135 Zisterziensermönche. Nach dem Besuch mit Führung in der Klosterkirche erfolgt die Weiterfahrt zu unserem Hotel „Posthof“ in Saarlouis.

2. Tag: Mittwoch, 25. Juni

Geführter Tagesausflug, u.a. mit Saarlouis-Mettlach-Saarschifffahrt-Saarschleife-Saarwinzer.

Bei wunderbarem Wetter erkundete die Reisegruppe die Kreisstadt Saarlouis. Bei einem Stadtrundgang erfuhren wir viel über die Stadtgeschichte, ihre Erbauung und Verteidigung. Anschließend ging es mit dem Bus durch die Stadt in Richtung Mettlach, vorbei an Siersdorf durch das Saargau mit den Streuobstwiesen für den Cidre, den „Ebbelwoi“, der an der mittleren und oberen Mosel mit der Bezeichnung „Viez“ sehr bekannt ist. Vorbei an der Nied, einen Nebenfluß der Saar erreichen wir Mettlach um dort das Erlebniszentrum „Welt der Tischkultur“ von Villeroy & Boch, mit der „Kreavision“ und dem Nachbau des „schönsten Milchladens der Welt“ zu besichtigen. Nach der Mittagspause genossen wir eine Schiffsfahrt auf der Obermosel bis zur Saarschleife. Mit dem Bus fuhren wir dann die etwa 10 km lange Strecke entlang der Saar weiter zur Aussichtsterrasse, um das Wahrzeichen des Saarlandes, die Saarschleife, noch einmal von der Höhe zu bewundern. Ein phänomenaler Blick! Auf der Weiterfahrt entlang der Eichenlaubstraße wo uns in Nennig ein saarländischer Winzer zur Weinprobe erwartet, genießen wir noch die Weitsicht auf Luxemburg und Lothringen. Bei der Weinprobe erhielten wir sehr viele interessante Informationen über die unterschiedlichsten Rebsorten, den Weinanbau, den Säure- und Oechsle Grad der verschiedenen Weißweine, die in dieser Region angebaut werden Nach so viel Wissen, durften wir uns noch an einem rustikalem Winzerteller stärken, um die verschiedenen Weinproben zu neutralisieren. Nach so vielen wunderschönen Eindrücken und Wissen am heutigen Tag, ging es zurück zu unserem Hotel nach Saarlouis.

3. Tag: Donnerstag, 26. Juni

Tagesfahrt nach Luxemburg-Stadt, mit Schengen – Luxemburgische Schweiz – Echternach, mit Reiseleitung. Nach den üblichen Morgenritualen machten wir uns alle guter Dinge auf zur Fahrt in das Nachbarland Luxemburg. Die Fahrt führte uns zuerst nach Schengen, die Gemeinde im Großherzogtum Luxemburg gehört zum Kanton Remich. Schengen das berühmteste Dorf der Welt, steht für den freien Personen- und Warenverkehr in 25 europäischen Ländern. Schengen bedeutet Lebensqualität für Millionen Menschen. Hier wurde am 14. Juni 1985 das erste berühmte Schengener Abkommen zwischen den Regierungen der ersten Unterzeichnerstaaten Französische Republik, der Bundesrepublik Deutschland und den Staaten der Benelux-Wirtschaftsunion betreffend den schrittweisen Abbau der Kontrollen an den gemeinsamen Grenzen vereinbart. An der Mosel-Esplanade wurden wir eindrucksvoll durch ein Monument, bestehend aus drei Stahlstelen an das be-rühmte Abkommen erinnert. Auf der Weiterfahrt erfahren wir von unserer sehr netten Reiseführerin viele historische Dinge und Begebenheiten die sich hier und in der näheren Umgebung abgespielt haben, wie z.B. über die Ardennen Schlacht. Hier befindet sich ein etwa 21 Hektar großes Areal eines amerikanischen Soldatenfriedhof, auf dem General George S. Patton und 5.000 amerikanische Soldaten ihre letzte Ruhestätte fanden. Das Großherzogtum Luxemburg ist etwas größer als das Saarland. In Luxemburg-Stadt selbst, gibt es eine Vielfalt von historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten. Dazu gehören u.a. die seit 1994 auf der UNESCO-Weltkulturerbe-Liste stehende Altstadt und die mächtigen Festungsanlagen mit ihren Kasematten, dass Kirchberg-Plateau mit der Philharmonie und die zu Füßen der Oberstadt liegenden Täler von Petrusse und Alzette. Das Banken- u. Europaviertel geben der Stadt das moderne Aussehen. Auch die Sterneköchin Lea Lister lernten wir hier persönlich kennen. Am frühen Nachmittag fuhren wir dann durch die „Kleine Luxemburgische Schweiz“. Ihren Namen verdankt sie den Sandsteinfelsen, welche durch Fließgewässer freigelegt wurden und bei Wander- und Kletterfreunden sehr beliebt sind. Die Gegend wird vom Müllerthaltrail durchquert, einem die Fels- und Bachlandschaften in 3 Schleifen erschließenden Wanderweg von 110 km Länge. Die Luxemburger Schweiz ist ein Teil des Deutsch- Luxemburgischen Naturparks. Wir fahren durch unberührte Natur in der alles noch im Einklang ist, weiter in Richtung Echternach zur Besichtigung der Abteikirche.

Die Basilika ist die 5. Kirche, die an dieser Stelle erbaut wurde und ist von ihrer Größe, den schönen Fenstern und dem Grab des Heiligen Willibrord sehr beeindruckend. Faszinierend ist auch eine Skulptur eines halben Jesus, der durch eine spezielle Beleuchtung einen Flügelschatten hat. Besonderes Merkmal ist die Echternacher Springprozession die ihren Ursprung aus dem Jahr 728 hat. Eine religiöse Prozession, die jedes Jahr am Dienstag nach Pfingsten in Echternach stattfindet. Die Echternacher „springen“ zu Polkamelodien in Reihen durch die Stadt bis zum Grab des Heiligen Willibrord in der Basilika. Da viele der Reiseteilnehmer das WM-Spiel „Deutschland : USA“ sehen wollten, ging es dann zügig zurück zu unserem Hotel. An Trier vorbei konnten wir in Konz noch das Zusammenfließen von Mosel und Saar-, sowie die Burg von Siegfried dem Ardennengrafen in Saarburg sehen. Nach einem vor gezogenem Abendessen fieberte der größte Teil der Reisegruppe dem Deutschlandspiel entgegen, welches dann glücklicherweise 1:0 gewonnen wurde. Somit endete wieder ein sehr schöner Tag.

4. Tag: Freitag, 27. Juni

Auf nach Metz zu unserem ganztägigen Tagesausflug mit Reiseleitung. Doch zunächst müssen wir Frau Sauer, unsere versierte Fremdenführerin in Saarbrücken einsammeln. Einige Lieder und ein Gedicht zum Morgen stimmen uns auf einen hoffentlich schönen Tag ein. Vorbei geht es an der Völklinger Hütte, sehen ein Geschenk der Bundesrepublik an das Saarland, die Kongresshalle. St. Johann mit seinem Barockgebäude und das Schloß, den saarländischen Landtags, dass Landgericht links der Saar, die Kirchen und das Theater. Sehen viele Häuser auf Stelzen stehend, zum Teil aus den 50iger Jahren. Fahren an der Ludwigskirche, eine Kirche gebaut im Barockstil, im Stadtteil von Alt-Saarbrücken Frankreich und erfahren, dass in dem historischem Gasthaus „Zum Adler“, erbaut um 1750, Herr Goethe um 1808 hier auch schon war und seine Autobiographie „Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit“ geschrieben hat. In Frankreich angekommen erfahren wir das Frankreich in Regionen und diese wieder in Departements aufgeteilt sind. Metz liegt im Departement „Mosell“. Die Stadt war ehemals deutsch, was man an den vielen Gebäuden, Stichwort „deutscher“ oder „französischer“ Sandstein erkennen- und in der Stadtgeschichte erfahren kann. In der Keltenzeit hieß Metz „Sitz der Götter“. Die Region lebt hauptsächlich von der Automobil Industrie, der Computertechnik und vom Tourismus. Metz, „Stadt des Lichts“ erlebten wir bei einer Stadtrundfahrt. Den Namen „Garten- und Blumenstadt“ mit der Auszeichnung „Vill Fleury“ wird Metz im vollen Maße gerecht. Beeindruckend waren die pflanzliche und die architektonische Schönheit. Die vielen Bauwerke unterschiedlichster Epochen, bietet sich uns bei der Anfahrt. Das hypermoderne Kunstzentrum „Centre de Pompidou de Metz“ mit Ausstellungen vieler internationale Künstler und Architekten. Es ist ein Ausstellungsnebengebäude des „Centre Pompidou“ in Paris mit wechselnden Ausstellungen. Der deutsche Bahnhof „Gare de Metz-Ville“, z.B. erbaut von 1905 bis 1908, wurde vom Berliner Architekten Jürgen Kröger im neoromanischem – wilhelminischen – Stil entworfen. Er hat ein gewaltiges und repräsentatives Hauptgebäude mit 300 langen Bahnsteigüberdachungen war auch eine Besichtigung wert. Schon der beeindruckende Uhrenturm und die vielen Wandfriese, teilweise aus dem Leben vergangener Zeiten und den unterschiedlichsten Volksschichten zeigen eine Zeit, die wir nur aus der Geschichte kennen. Metz und die alte, ehrwürdige Kathedrale „Saint-Etienne“ (deutsch. Stephansdom) wurde zwischen 1220 und 1550 im Stil der Gotik errichtet und gilt als eines der schönsten und größten Kirchengebäude Frankreichs. Mit mehr als 41 Metern Gewölbehöhe ist sie nach Amiens und Beauvais die dritthöchste gotische Kathedrale; die Fläche ist mit etwa 6.500 m“ die größte in einer französischen Kathedrale, daher der Name „La laterne du Bon Dieu“ – dt.: „Die Laterne Gottes“. Sie hat wunderschöne, farbenprächtige Fenster von Marc Chagall. Auch die Außenfassade mit den vielen, bedeutungsvollen Fresken ist sehenswert. Die Markthallen mit ihren allerlei kulinarischen Genüssen, sowie das typische Flair auf allen Plätzen und Straßen, dazu ein Hauch von „Preußens Gloria“, luden dann am Nachmittag zur Einkehr in einem der zahlreichen und guten Patisserien ein. Die Rückfahrt nach Saarlouis führt uns wieder über Saarbrücken, wo wir uns leider von unserer tollen Frau Sauer verabschieden mussten.

5. Tag: Samstag, 28. Juni

Tag der Heimreise. Nach einem reichhaltigem Frühstück, treten wir mit vielen interessanten Eindrücken und Bildern die Heimreise an. Die Fahrt führt uns zunächst über die Autobahn nach Schweich. Hier verlassen wir für einige Stunden die Autobahn und fahren Moselabwärts bis Bernkastel und bummeln durch die bezaubernde Altstadt. Nach einer etwas längeren Pause ging es dann auf dem direkten Weg nach Ibbenbüren, wo wir pünktlich und wohlbehalten eintrafen. Es war eine rundum erlebnisreiche und informative Gemeindefahrt ins Saarland, das Gebiet mit dem grenzenlosen Charme.

Ibbenbüren, 10. Juni