Teresina-Besuch Tag 1: Gut angekommen

Teresina-Besuch Tag 1: Gut angekommen

Wir sind mit den ersten 8 Leuten gut in Teresina angekommen – nach fast 30-stündiger Reise von Haus zu Haus.

Um 16 Uhr bin ich am Montag (29. Juni 2015) vom Pfarrhaus abgeholt worden. Hier standen bereits 5 zusätzliche Koffer mit Geschenken. Es stellt sich heraus, dass nicht alle Koffer von uns in den Taxi-Transporter passen werden. Darum organisieren wir noch ein Pack-Auto zusätzlich. Nach und nach holen wir unsere Leute ab (Gerborg kommt erst etwas später nach). Das dauert. Marianne hat noch ihren Hut vergessen und muss noch einmal zurück.

Dann sind wir am Flughafen FMO. Das Einchecken dauer auch. Der freundliche Mann am Schalter muss erst noch beim Supervisor nachfragen, ob man zwei Gepäckbänder am Koffer anbringen darf: unsere vier Flüge passen nicht auf eines drauf. Aber so ist es: zwei. Die Kontrollen gehen schnell, lediglich Marianne muss jedesmal in die Kabine, da ihre künstliche Hüfte im Detektor anschlägt. Dann haben wir etwas Zeit: Kakao, Kaffee, Internet. Einige sind dabei so klüngelig, dass sie erst beim zweiten Transfer-Bus zum Flugzeug mit dabei sind (die kurze Strecke zur Maschine werden wir z. B. in Teresina zu Fuß gehen, bei uns ist das aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt…). Ich habe am Notausstieg den besten Platz zum Beine ausstrecken – leider nur bei diesem kurzen Flug. Pünktlich um 18.40 Uhr starten wir, bis Frankfurt sind es heute nur 30 Minuten. Es gibt ein schnelles Getränk. In Frankfurt kommen wir wieder an einer Außen-Parkposition an, fahren wieder mit dem Bus und machen wir eine gefühlte Stadtwanderung durch das Terminal, die ersten Rollbänder bieten Unterstützung an.

Durch die Passkontrolle können wir auch per Self-Service. Pünktlich um 21.45 Uhr verlässt Flug JJ8071 der TAM Frankfurt Richtung Sao Paulo – 12 Stunden Flugzeit stehen uns bevor! Gegen den Flug kann ich nichts sagen: das Personal ist freundlich, das Essen halt Economy (mit Salz schmeckt die etwas pampige Pasta), lediglich mit dem Rotwein sind die Damen etwas zurückhaltend… Ich überstehe den Flug überraschend gut: mit Hilfe des Nackenkissens, meines Sitzringes gegen das Steißbein, Ohrenstöpsel und der Z-Droge meines befreundeten Hausarztes… In Sao Paulo ist es relativ frisch, als wir früh am Morgen um 4.55 Uhr Ortszeit ankommen. Durch die Passkontrolle kommen wir schnell, ein separates Touristenvisum, das ich bereits zu Hause ausgefüllt hatte, wird abgestempelt. Gespannt warten wir auf unsere Koffer. Inzwischen ist es so, dass man mit seinen Koffern beim Ankunfts-Flughafen in Brasilien durch den Zoll muss. Aller Koffer sind da, das Umpacken ist etwas schwierig wegen der Fülle. Für die Transfer-Kofferaufgabe müssen wir etwas suchen und hin und her fahren, werden unser Gepäck dann aber nach einer kurzen Wartezeit wieder los. Eigentlich wird nichts verändert, die Bordkarten, die wir bereits am FMO erhalten haben, gelten. Lediglich Inga bekommt einen neuen Platz zugewiesen. Die Sicherheitskontrollen sind etwas unkomplizierter: Computer, Kamera usw. müssen nicht separat gelegt werden; aber Marianne muss wieder in die Kabine…

Danach vergeht die restliche Zeit der vier Stunden Aufenthalt relativ schnell. Einige tauschen Geld, ich kaufe mir vom Restgeld des letzten Besuches das erste Getränk. Hier kann man aber auch den Kaffee mit Euro (Rückgeld in Reais) oder mit Kreditkarte bezahlen. Pünktlich um 9.20 Uhr startet der TAM-Flug JJ3574 nach Pinto Martins Fortaleza. Eigentlich ist es Unsinn, diese drei Stunden wieder zurück zu fliegen, aber diese Tour war preisgünstiger… Auf den Inlandsflügen gibt es keinen Alkohol.

Wiederum pünktlich (!) um 12.37 Uhr kommen wir in Fortaleza an. Die Hochhäuser wachsen wie Pilze aus dem Boden, die ganze Innenstadt ist voll davon. Hier wohnen die, die es sich ledisten können: die Hochhäuser lassen sich besser bewachen und bewirtschaften. Das Wetter ist spürbar schwülheiß, als wir das Flugzeug verlassen. Nach etwa zwei Stunden bringt uns TAM JJJ3841 in einer Stunde durch einige Turbulenzen ins Landesinnere nach Teresina. Pünktlich gegen 16 Uhr kommen wir dort an. Die paar Meter geht es zu Fuß über das Rollfeld.

Dann fiebern wir unseres Koffern entgegen. Ich hatte mir schon einmal die „Baggage Identification Chart“ für „verspätete“ Koffer ausgedruckt und mir meinen Code zusammengestellt: BU01RWX – aber o Wunder! die Koffer sind alle da, welche Freude! Da gerade noch eine zweite Maschine gelandet ist, ist es ziemlich voll. Es dauert etwas, bis alle Kofferwagen belegt sind, dann gehen wir hinaus und werden freundlich mir gelben Rosen von Padre Tony und einer Abordnung der Gemeinde empfangen. Auch Padre Deniel und Ricardo und Benta sind mit dabei., ebenso Raimunda, André, Marcelo und Cibele. Ab jetzt ist die Ordensschwester und Franziskanerin Candida bei uns, die übersetzen wird. Sie hat sechs Jahre in Deutschland gearbeitet und kann ausgezeichnet Deutsch.

Ein klimatisierter Kleinbus mit 16 Plätzen (den wir während unserer ganzen Reise behalten werden) bringt uns die 18 Kilometer vom Flughafen im Nordwesten quer durch die Stand an den Ostrand, wo wir in Cafarnaum untergebracht werden, einer Art Ferien-Domizil der Familie von Padre Tony.

Hier gibt es vier Zimmer mit Toilette und Dusche, zusätzlich belegen wir noch das „Museum“ von Padre Tony, einen Versammlungsraum mit Kunstgegenständen. Natürlich bekomme ich als Padre das schönste Zimmer… Zwei Frauen, Sandra und Deusa, betreuen uns hier, begrüßen und mit Säften und einem Imbiss. Franziska freut sich besonders über den Pool mit dem warmen Wasser. Extra für mich (und für uns alle) haben die Brasilianer einen Mobilfunk-Router mit WLAN istalliert! Hier sind es tagsüber durchgängig 35 Grad, nachts 27 Grad. Die Luftfeuchtigkeit ist relativ hoch, obwohl die Regenzeit vorbei ist. Wir richten uns ein und machen uns frisch. Dann kommen nach und nach einige Freunde und alte Bekannte, bringen etwas zu Essen und zu Trinken mit und gestalten mit Live-Musik einen kleinen Begrüßungsabend.

Padre Tony bespricht mit uns das Besuchsprogramm, das wir detailliert mit einem farbigen Faltblatt vorgelegt bekommen. Das kalte Brahma-Bier weckt heimische Gefühle. Einige Gespräche sind auch in Englisch möglich, ansonsten brauchen wir die Übersetzung und Hände und Füße. Einige warten noch auf Gerborg, die erst um 23.30 Uhr mit einem anderen Flug ankommen wird. Ich bin aber schon im Bett und schlafe relativ gut. Wenn ich zwischendurch aufwache, mache ich für ein paar Minuten die Klimaanlage an, um die warmen Temperaturen auch in der Nacht etwas herunter zu kühlen. Die Reise von Ibbenbüren nach Teresina ist optimal verlaufen, wir fühlen uns bei unseren Gästen aufgenommen, gut betreut und sicher.

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