Israel/Jordanien 2014, Tag 3: Bootsfahrt, Banias, Bental, Weinprobe

Israel/Jordanien 2014, Tag 3: Bootsfahrt, Banias, Bental, Weinprobe

Sonnenbrand!
Ich bin schon um 5 Uhr wach und staune über die vielen Vögel, die den Tag begrüßen – oder beklagen? Kurz nach 7 Uhr bin ich im Speisesaal, wo schon viel Betrieb ist. Abfahrt mit dem Bus um 8.30 Uhr. Es ist schon wieder richtig warm.
Um den Nordteil des Sees fahren wir bis Ginnosar und besteigen unser Boot. Die letzten Tage hatte es etwas Verwirrung gegeben, ob wir mit der anderen Münsteraner Gruppe zusammen auf den See müssen – das ist jetzt aber nicht der Fall. Während die anderen eine Messe feiern, halten wir lediglich für ein paar Minuten auf Höhe der Primatskapelle an, um eine Schriftlesung zu hören und ein Lied zu singen. Von hier aus kann ich sogar ohne Brille eine der sprudelnden (7) Quellen am Seeufer entdecken.
Das 2000 Jahre alte Fischerboot in Ginnosar besichtigen wir nicht, dafür drehen wir die Toilettenkontrolle rückwärts, um die 2 Schekel für die Benutzung nicht bezahlen zu müssen. Vor dem Besucherzentrum haben einige bei einem fliegenden Händler die ersten Schekel getauscht, aber natürlich nur Scheine. Um das Zentrum gibt es viel beeindruckende moderne Kunst zu bestaunen.
Dann Weiterfahrt in den Norden. An Hazor vorbei durch das fruchtbare Hula-Tal durch Kiryat Shmona und dann ostwärts nach Dan. Dort wandern wir zunächst hinunter zum Banias, einem der Quellflüsse des Jordan, und an den tobenden Wassern des Flußbettes entlang bis zum großen Wasserfall. Am Wegrand immer wieder neue Pflanzen – und viel Sonne. Und Kinder! Wahrscheinlich ist heute in ganz Israel Wandertag und alle Schulklassen wandern gerade zu unserem Wasserfall! Es entwickeln sich am Rande einige interessante Gespräche. Ich werde z. B. zu meinem Smartphone angesprochen…
Dann etwa 5 Minuten mit dem Bus zum Ort Banias, dem biblischen Cäsarea Philippi. Es ist sehr heiß, wir suchen automatisch jeden schattigen Baum. Es ist aber auch sehr trocken, so dass es nicht ganz einfach ist, die leeren Wasserflaschen mit Jordanwasser abzufüllen. Franziska, die mit beiden Beinen fest in der Quelle steht, wird bald von einem Wärter herausgerufen, da das Baden hier verboten ist (und bei Franziska nie ganz auszuschließen ist, dass sie zufällig ganz in das Wasser fällt…). Wir besichtigen die alten heidnischen und christlichen Kultstätten.
Dann wieder mit dem Bus hinauf ins Golan-Gebirge, vorbei an der alten Kreuzfahrerfestung Nimrod, schließlich ins Drusendorf Mas’ada, wo wir ein gutes arabisches (vegetarisches) Mittagessen bekomen. Im Schatten ist es hier oben bereits merklich kühler (doch die Sonne scheint weiter…).
Dann Weiterfahrt auf den Berg Bental, der früher Militärgebiet war, heute eine Art Gedenkstätte. Von hier aus hat man u. a. einen guten Blick auf das alten Dorf Quneitra – jetzt zerstört und von der UNO kontrolliertes Niemannsland – und die Neue Stadt Quneitra in Syrien. Die Grenzen zu Syrien sind von hier oben gut zu sehen. Kurzer Rundgang durch die alten Befestigungsanlagen.
Dann Weiterfahrt fast an der syrischen Grenze entlang auf den Golan-Höhen zur Weinprobe in Katzrin. Eine ganze Zeit lang fahren wir hinter einem Laster mit einem Panzer her, auf der Gegenspur werden weitere Panzer befördert. Überall Gedenkstätten an die Kriege von 1967 und 1973.
Die Weinprobe fängt zunächst gut an: ein älterer norwegischer Jude erzählt uns mit etwas Situationskomik gut etwas zur Lage und Herstellung der Weine. In einem kleinen Raum präsentiert er und dann etwa 20 Weine – die Stimmung steigt. Nach dem dritten Wein ist aber leider schon Schluss…
Bei einem schönen Sonnenuntergang fahren wir wieder zum See und in unser Hotel zurück. Um 19 Uhr ist Abendessen, um 20 Uhr stellt uns jemand noch einmal im Gespräch den Kibbuz vor. Außerdem habe ich mich noch mit einem Borkener Ehepaar verabredet und muss noch die Fotos überspielen (was gestern mehrere Stunden gebraucht hat). Mit der Zeit müssen wir etwas aufpassen: in der Nacht werden die Uhren hier eine Stunde vor auf Sommerzeit gestellt – und wir müssen zudem eine Stunde eher um 6 Uhr aufstehen, da bereits um 8 Uhr die Messe auf dem Berg der Seligpreisungen ist und wir dann über die Grenze nach Jordanien müssen.
Nachtrag: Das Borkener Ehepaar ist sozusagen Schuld, dass es an diesem Abend diesen Bericht noch nicht gab. Wir haben uns verquatscht, außerdem war das Internet im Hintergrund auch sehr langsam. Darum dieser Bericht jetzt schon aus Amman/Jordanien.

Die Fotos vom Tag

Videoclip: Bootsfahrt über den See Genezareth 

Videoclip: Pilger-Disco-Boot von Afrikanern in Ginnosar/See Genezareth

Videoclip: Großer Wasserfall am Banias


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