Israel/Jordanien 2014, Tag 4: Berg der Seligpreisungen, Gerasa, Amman

Israel/Jordanien 2014, Tag 4: Berg der Seligpreisungen, Gerasa, Amman

Das Internet lahmte, ich kam mit meinen Aufgaben nicht vorwärts und hatte ein sehr anregendes Gespräch mit einem Borkener Ehepaar, dessen Bruder wiederum Uri sehr gut kannte. Interessante Dreiecksgespräche. Am Schluss hatte ich weder Zeit noch Lust, meine Fotos und Berichte herauf zu laden. Um 23.40 Uhr habe ich meine Rechnung an der Rezeption bezahlt. In der Nacht wird in Israel schon auf Sommerzeit umgestellt (wegen des Shabbats), außerdem müssen wir eine Stunde eher aufsten, eine sehr unglückliche Konstellation, die mir bei später Zubettgehenszeit zwei Stunden zusätzlich raubt…
Um 7.30 Uhr verlassen wir den Kibbuz und sind am Berg der Seligpreisungen so früh, dass der Bus noch nicht auf den Parkplatz kommt. Ich gehe voraus, aber vor mir sind schon fünf andere Priester, die zeitgleich eine Messe mit ihren Gruppen feiern wollen. Es gibt hier bestimmt 10 Gottesdienststellen. Ich komme mit der kleinen italienischen Schwester gut klar und verzichte auf ein Messgewand. Die Messe ist kurz und gut, aber um uns herum hören wir die Gruppen in unterschiedlichen Sprachen. Das bleibt zwiespältig, auch wenn es zum Abschied hoch über dem See ein sehr schöner Ort ist.
Dann geht es mit dem Bus durch Tiberia Richtung Beth Shean, dort über den Jordan zunächst zur israelischen Grenzkontrolle. Alles sehr ruhig und freundlich, aber auch sehr genau. Der Bus wird zwei Mal daraufhin kontrolliert, ob sich nicht doch noch ein blinder Passagier versteckt haben könnte. Anders als in Tel Aviv bekommen wir nun doch einen (Ausreise-) Stempel in den Pass. Mit unserem Bus geht es auf die jordanische Seite, wo uns bereits unser neuer Guide Sedan begrüßt. Er hatte hier bereits zwei Stunden auf uns gewartet – wohl ein Abstimmungsproblem. Dann auch hier alles ruhig und freundlich, aber auch genau: es gibt zwei Stempel in den Pass, und es wird auch mit einer Kamera ein Foto von uns gemacht. Kurz müssen wir unser Gepäck selbst zum jordanischen Bus rollen. Dort noch einmal ein freundlicher Polizist, der die Pässe kontrolliert und uns alle deutschen Fußballvereine aufzählt. Leider hat der Bus kein WiFi… Sedan ist sehr freundlich und angenehm, spricht sehr gut deutsch (in Frankfurt gelernt bei der RAG) und lacht viel und gerne. Er ist Geohydroingenieur und macht diese Führungen gerned zusätzlich.
Man merkt schon, dass das Land ärmer ist. Alles ist viel einfacher, es liegt viel Müll an den Straßen, aber die Landschaft ist hier herrlich, erinnert fast an Italien oder die Schweiz. Auf einer Art Autobahn kann es passieren, dass auf der rechten Spur fahrende Händler parken, um ihr Gemüse und ihre Früchte zu verkaufen. Die wenigen Flüsse führen wenig Wasser. Laut Sedan ist Jordanien das viertletzte Land mit dem wenigsten Wasserreserven.
In Jerash machen wir um 14 Uhr herum Mittagspause mit einem typisch arabisch-jordanischen vegetarischen Vorspeise-Mittagessen. Dazu gibt es Limonensaft mit Minze (brauche ich nur einmal probiert zu haben…), das Ganze für 13 Euro – wird natürlich aufgerundet…
Dann weiter in die Stadt zur alten Dekapolis Gerasa, das „Pompeji des Nahen Ostens“. Hinter dieser unscheinbaren Programmpunkt verbirgt sich eine sehr anstrengende, aber auch anregende fast dreistündige Führung durch alte Straßen, Tempel, Kirchen, Foren, Theather und Steine – und das bei inzwischen 28 Grad in der knalligen Sonne! Aber es ist tatsächlich ein Erlebnis! Vergleichbares habe ich eigentlich nur in Rom gesehen, und da war Rom nur ein Abklatsch von dieser riesigen Anlage. Seda zeigt uns z. B. auch, wie er eine 12 Meter hohe Steinsäule zum schwingen bringen kann (!), oder dass der luftige Kalkstein sogar richtig klingen kann.
Für die Stadtrundfahrt in Amman haben wir nun keine Zeit mehr, sie wird auch morgen verschoben. Das Grand Palace Hotel liegt für uns ehrer am gefühlten Stadtrand und bietet gute Unterkünfte. Das Abendessen ist sehr reichhaltig und schmackhaft, aber eher lauwarm. Alle sind müde und wollen früher schlafen gehen – zumal es morgen ebenfalls wieder um 6 Uhr beginnen soll. Ich kaufe mir für umgerechnet 10 Euro ein 24-Stunden-Internet-Ticket und bin froh, meine Sachen für gestern und heute erledigen zu können. Schnell noch ein paar Video-Clips bearbeiten und hochladen, und dann auch früher ins Bett!!!

Die Fotos vom Tag

Videoclip: Jerash: Fliegendes Fladenbrot im Green Walley Restaurant

Videoclip: Franziska demonstriert in Gerasa, wie unterschiedlich Sandstein und Kalkstein klingen 

Videoclip: Schwankende Säulen in Gerasa

Videoclip: Nachmittagsgebet über Gerasa

Videoclip: Dudelsackmusik im alten Dekapolis-Theater von Gerasa


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