Israel/Jordanien 2014, Tag 5: Amman, Nebo, St. Georg, Petra

Israel/Jordanien 2014, Tag 5: Amman, Nebo, St. Georg, Petra

5.30 Uhr aufstehen, 6.30 Uhr Frühstück: Wenig Schlaf, viel Frühstück. Koffer verladen: bevor er in den Bus geht, muss er noch einmal identifiziert werden. Dann Fahrt auf die Zitadelle und dort ausgiebige Informationen über die Besiedlungsgeschichte des Raumes. Besichtigung aller Steine und Gebäude. Viel „Bla, bla, bla“, wie unser Guide immer sagt… Blick auf die größte Fahne der Welt: 20 x 40 Meter lang an 120 Meter hohem Mast. Unser Guide, der in Amman geboren ist, zeigt uns von hier oben, wo er gewohnt hat und wo er zur Schule gegangen ist. Er zeigt die Häuser der Mittelschicht. Später werden wir bei der Fahrt durch die Hauptstadt die Viertel der Oberschicht durchfahren. Dann kurzer Besuch durch das kleine, aber feine Museum auf der Zitadelle.

Weiterfahrt zum Berg Nebo, wo Moses auf das Gelobte Land schauen durfte. Die Franziskaner haben den Ort akribisch und liebevoll ausgegraben und wiederhergestellt. Wir schauen von hier tatsächlich auf Jerocho und das Tote Meer und die Gebirge vor Jerusalem. In die Kirche können wir aber wegen Umbauarbeiten leider nicht hinein, Mosaike sind ausgelagert. Auch hier wieder viele Kinder, die in dieser Zeit mit ihren Schulen Bildungsausflüge machen. Am Rande eines Gedenksteines halten wir einen kurzen Gottesdienst.

Dann Weiterfahrtr zu einer Art „Ledder Werkstätten“ für die Herstellung von Mosaiken. Wir werden gut in diese mühsame Kleinarbeit eingeführt. Aber die Sachen sind auch sehr teuer: ein großer Tisch mit schönen traditionellen Mosaiken kosten wohl auch 1500 Euro, eine kleine Brosche, in die sich eine Teilnehmerin verguckt hat, soll 3000 Euro kosten. Da wird auch kein Feilschen mehr groß helfen können… Immerhin gibt es aber einen Tee.

Videoclip: So werden Mosaiken gemacht
Dann geht es nur wenige Kilometer weit zur orthodoxen Kirche St. Georg nach Madaba. Die Straßenführung ist in mehrerer Hinsicht anstrengend: zum einen muss der Buss durch Einbahnstraßen einmal ganz um einen viel befahrenen Block herum; zum anderen sind die Besucher der Kirche verpflichtet, vorher und nachher durch eine Einkaufsstraße zu gehen. Vor der Kirche bekommen wir eine Einführung in das alte Mosaik vom Heiligen Land – die älteste Kartendarstellung. Dann in die Kirche zum Mosaik, von dem nur noch wenige Quadratmeter der ursprünglich 120 vorhanden sind – aber sehr eindrucksvoll.
Auf dem so genannten Königsweg frisst der Bus dann einige Kilometer durch die inzwischen 31 Grad. Kurz oberhalb eines Staudamms am Jordantal machen wir vor der imposanten Landschaft ein kleines Picknick in der Sonne.

 

Dann geht es die 400 Meter serpentinenartig herunter und wieder herauf – Schwestarbeit für unseren Busfahrer. Unerwartet hält unser Guide des Bus an, da er am Vorabend von einem Kollegen einen Tipp bekommen hat. Unter dem ungläubigen Staunen der versammelten indigenen Bevölkerung besichtigen wir am Rand der Straße an einem Seitenweg eine Kolonie der schwarzen Iris – immerhin die Nationalpflanze des Landes und relativ selten.
Dann sind wir irgendwann an der Kreuzfahrerfestung Kerak, die wir von unten und oben besichtigen. Teilweise ist diese Festung siebenstöckig übereinander gebaut, sehr eindrucksvoll. Ich habe inzwischen etwas Schwierigkeiten mit entzündeten Augen, kann sie kaum offen halten. Auf der Rückfahrt organisiert unser Bus noch mehrmals den Abtransport von Fahrzeugen, die unseren Weg definitiv versperren.
Schließlich die letzten 200 Kilometer auf der Wüstenstraße Richtung Petra, bei Halbzeit verbunden mit einer Erfrischungspause. Schnell geht die Sonne unter, es gibt kaum Dämmerung. Gegen 20.30 Uhr kommen wir im Dunkeln in unserem Hotel vor Petra an, schnell unsere guten Zimmer (lediglich zwei Männer möchten ein anderes Zimmer, da sie durchgehende Betten mit durchgehender Decke haben…) und das gute Abendessen. Der Kellner ist hinterher mit einer Abrechnung der Getränke in Euro überfordert, und wir lassen auf unsere Zimmernummer anschreiben.
Ich habe inzwischen ein Passwort für den Internetanschluss bekommen, muss aber gleich dazu in die Lobby gehen und mal sehen: der Mann am Empfang meinte, die Verbindung sei zurzeit langsam…
Wir sind 12,5 Stunden mit dem Bus unterwegs gewesen, haben 328 Kilometer zurück gelegt und insgesamt 5700 Höhenmeter rauf und runter gesammelt. Müde.

Und dir die Bilder vom Tag!


Jordanien 2014, Tag 5: Von Amman nach Petra auf einer größeren Karte anzeigen


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