kfd-Frauen setzen sich mit Rechtspopulismus auseinander

kfd-Frauen setzen sich mit Rechtspopulismus auseinander

Bericht von der kfd – Diözesanversammlung 19.06.2017:

Bei Anhängern rechtspopulistischer Strömungen herrscht die Vorstellung, bestimmte Menschen seien aufgrund ihrer Unterschiede nicht gleichwertig, erklärt die Theologin Dr. Sonja Strube bei ihrem Vortrag vor rund 80 kfd-Frauen. Bei der kfd-Diözesanversammlung am 19.06.2017 in Borken-Gemen betont die Referentin: „Diese ‚Ideologie der Ungleichwertigkeit‘ widerspricht zutiefst unserem christlichen Menschenbild“.

Referentin Dr. Sonja Strube bei der kfd-Diözesanversammlung am 19.07.2017

Dass Rechtspopulisten sich gegen die Aufnahme von Flüchtlingen einsetzen und den Islam ablehnen, war den anwesenden kfd-Frauen bekannt. Neu war für die Zuhörerinnen jedoch, dass viele Rechtspopulisten Themen aus dem Bereich „Familien- und Lebensschutz“ besetzen, um gezielt Einfluss auf die bürgerliche Mitte zu nehmen.
Mit viel Polemik und neu erfundenen Begriffen versuchen Rechte, Themen zu besetzen, die christ-lich-konservative Wähler bewegen, erläutert die Theologin. So wird zum Beispiel das Thema Abtrei-bung von rechten Kräften genutzt, um Verbündete unter den Menschen zu finden, die Abtreibung aus ethischen Gründen kritisch gegenüberstehen, aber mit rechtsextremen Ideologien bisher keine Berührung hatten. Erst bei näherem Hinsehen auf das Engagement der Rechten gegen Abtreibung wird deutlich: Der Lebensschutz bezieht sich keinesfalls auf ALLE Ungeborenen, sondern ausschließlich auf sog. „Biodeutsche“ und Ungeborene ohne Behinderung.

Die Zeit der Springerstiefel und Glatzen scheint vorbei zu sein. Mit modernen Medien und im Anzug nutzen Rechtspopulisten Facebook, Blogs und Plattformen, um auf subtile Art für ihre Ziele zu werben, betont Dr. Strube. Es lohnt sich, genau hinzuschauen, wer hier mit welchen Absichten schreibt.

Der kfd-Diözesanverband hatte sich bereits kurz vor den NRW-Landtagswahlen mit einer Anzeigen-kampagne klar gegen rechts positioniert. „Als katholischer Frauenverband setzen wir uns für Gleichberechtigung von Frauen in Kirche und Gesellschaft ein. Das widerspricht diametral dem Frauenbild der Rechtspopulisten“, erläutert die kfd-Vorstandvorsitzende Judith Everding.

Quelle: kfd Diözesanverband Münster vom 29. Juni 2017