Kirche St. Ludwig

Kirche St. Ludwig

Das Bistum Münster (1993):

St. Ludwig

Die bauliche Entwicklung der inneren Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg zwischen den Landstraßen nach Dörenthe und Brochterbeck (sog. Neustadt) sowie in Langewiese machten eine Aufteilung der Pfarre St. Mauritius erforderlich. Mit der Errichtung eines seelsorglich selbständigen Pfarrektorats wurde 1952 das südliche Stadtgebiet mit Langewiese sowie den Bauerschaften Leben und Schierloh von St. Mauritius abgetrennt. Die Pfarrerhebung erfolgte noch im selben Jahr. Das zur Pfarre gehörende Teilgebiet der Bauerschaft Dörenthe wurde mit dem Brochterbecker Anteil 1963 als Pfarrektorat seelsorglich und vermögensrechtlich verselbständigt. Der größte Teil von Langewiese und die Bauerschaft Schierloh gelangten 1964 zum neuen Pfarrektorat St. Johannes Bosco.

Literatur – Unterwegs im Kreis Steinfurt, S. 226. Ludger Ernschneider: Sankt Ludwig Ibbenbüren, Wiesbaden 1967. Bernhard Honsel: Jeder Tag ein neuer Anfang, Mainz 1981. Derselbe: Der rote Punkt. Eine Gemeinde unterwegs, Düsseldorf 1983.

Periodika – St-Ludwig-Blättchen, siebenmal jährlich.

Pfarre im Pfarrverband Ibbenbüren (4.486/2.367).

An die Innenstadt angrenzender Bereich mit zum Teil geschlossener, vorwiegend aber aufgelockerter Bebauung, Kleinsiedlungen, ländliches Umland; Handel, Dienstleistungen, klein- und mittelständische Industriebetriebe, Landwirtschaft.

Kirchen, Kapellen, kirchl. Gedenkstätten
Pfarrkirche St. Ludwig, 500 Sitzplätze, 1950–52, W. Kremer, Duisburg. – Wandpfeilersaalbau mit Flachdecke unter Satteldach, eingezogener Nordwestchor mit geradem Schluß, Fassadenturm im Südosten unter Wahndach, Sakristei im Norden, eingeschossig unter Satteldach; Ibbenbürener Bruchsteinmauerwerk, schwarze Dachziegeldeckung. Orgel (1957), 34 Reg., elektrische Kegelladen, L. Rohlfmk, Osnabrück. 4 Glocken: h, 180 cm, d, 151 cm, e, 135 cm, g, 112 cm, Stahl, 1955, Bochumer Verein.

Kirchliche Gebäude und Einrichtungen
Pfarrhaus, Groner Allee 54 (1953–54). Pfarrheim, Groner Allee 58 (1973–74). Kindergarten, Gronauer Allee 56 (1965–66). Kindergarten, Gronauer Allee 63 (1991).

Friedhof
Zentralfriedhof Nordstraße und Hauptfriedhof Ledder Straße (beide kommunal).

Kirchliche Verbände und Vereine Frauengemeinschaft
(kfd), Alten- und Rentnergemeinschaft der KAB, Seniorengemeinschaft, KAB, Junge Ge¬meinde (KJG), Pfadfinderschaft (DPSG), Landjugend (KLJB), Kreis junger Frauen, Familienkreise, Kreuzbund.

Partnerschaften in der Weltkirche
Gemeinde Teresina/Brasilien.

Religiöses Brauchtum
Sternsinger, Kirchweihfest, Patronatsfest, Gemeindefest an Fronleichnam, Erntedankfest.

Wallfahrten und Prozessionen
Stadtwallfahrt nach Telgte, Radwallfahrt der KAB nach Hopsten-Breischen, Wallfahrt der kfd und Senioren nach Hopsten-Breischen.

 

Kurzführer durch die Pfarrkirche

Einweihung Ludwigkirche (Datei 334)

Grundsteinlegung: 15.10.1950 durch Dechant Albert Freude, Bevergern
Architekt: W. Kremer, Duisburg
Die Kirche ist aus Ibbenbürener Sandstein
48,2 Meter lang und 18,3 Meter breit. Kirchturmhöhe: 28,4 Meter
Ca. 550 Sitzplätze
4 Glocken 

Einweihung Ludwigkirche (Datei 335)Kirchweihe: 31.7.1952 durch Weihbischof Heinrich Baaken
Pfarrpatron: Hl. König Ludwig IX. von Frankreich (1214-1270)
Orgel: Ostern 1957; Orgelbaufirma Rohlfink; 3 Manuale, 36 klingende Register
Neugestaltung: 1971; Architekt: Dieter Baumewert, Münster
Chorwandgestaltung: Rupprecht Geiger, München; Erneuerung 1996!
Fenster: 1985; Künstler: Bodo Schramm, Köln 

Renovierung Ludwigkirche (Datei 336)Der „Rote Punkt“

(ca. 6×6 Meter) Orientierungszeichen, Licht, Wärme, Leben, Zeichen für Christus, Auferstehung, die aufgehende Sonne des neuen Reiches Gottes, Hoffnung. 1996 durch den Künstler pinkfarben erneuert!

Die andere Gestaltung (Leuchter, Ambo, Altar, Kreuz, Tabernakel, Fußboden) ordnet sich dem roten Punkt unter: Plexiglas, Edelstahl, weiße Fliesen, Zeichen dafür, daß Volk Gottes unterwegs ist und in der Kirche keine bleibende, wohnliche Stätte hat.

Hinter dem Altar sind die Urkunden der zwei Altarweihen (1952 und 1971) sowie Reliquien der Heiligen Märtyrer Felix und Clarus eingemauert.

In einem ehemaligen Beichtstuhl ist das auf 16 Stationen erweiterte Kreuzweg-Fenster eingelassen, dessen Darstellungen an Dürers Passionsszenen anklingen. 

Themen der Fenster

(Beginn des Rundgangs: Altar links):
1) Schöpfung (Gen 1,1-3): Unsere Erde, Teil des Kosmos
2) Sintflut (Gen 9,1-11): Arche – ein Bild für Überleben, Neuanfang
3) Turmbau zu Babel (Gen 11,4): Turm, der aus der Mitte gerückt ist – seine Statik trägt nicht
4) Pfingsten (Apg 2,1-4): sich öffnende Menschen
5) Jakobs Kampf (Gen 32,25.27): Der Mensch ringt mit seinem Schatten, die helle mit der dunklen Seite
6) Exodus (Ex 14,29.30): gesprengte Ketten
7) Weihnachten (Jes 11,1-2): Rose
8) Jona (Jona 1,15; 2,1-3): Jona im Bauch des Fisches
9) Hochzeit zu Kana (Joh 2,7-9): Menschen beim Hochzeitsmahl
10) Der verlorene Sohn – Der gute Vater (Lk 15,20): zwei Menschen, die sich die Hände reichen
11) Passion (Lk 23,44-46): Dornenkrone
12) Ostern (Lk 24,13.14.30-32): Menschen auf dem Weg
Die Rosette: Das neue Jerusalem (Offb 21,1-5a)
Das Fenster im Chorraum war bereits 1971 von Bodo Schramm gestaltet worden mit der Vorgabe, das Licht ungefärbt auf den „Roten Punkt“ fallen zu lassen.
Das Fenster am Aufgang zur Orgelbühne zeigt einen stilisierten Brief.

 

Ludwigfenster 14 Brief (Datei 260)

Die Fenster der St. Ludwig-Kirche

Zur Entstehung

Die Ludwigkirche wurde 1952 gebaut; 1971 war eine gründliche Renovierung fällig. Der Innenraum der Kirche erhielt durch den roten Punkt an der Stirnseite des Chorraums, die weißen Fliesen und den darauf abgestimmten Altarraum eine neue, unverwechselbare Gestalt. Die Kirchenfenster waren aus schlichtem, farbigem Glas, in Blei gefasst. Das große Fenster im Chorraum wies schon 1971 starke Schäden auf und war erneuerungsbedürftig. Der Künstler Bodo Schramm erhielt den Auftrag, hier ein neues Fenster zu gestalten, das das Licht ungefärbt in den Chorraum auf den roten Punkt durchlässt.

1984 mussten die anderen Fenster erneuert werden. Die Gemeinde stand vor der Frage, sie einfach zu restaurieren oder sie künstlerisch neu zu gestalten und sie so besser auf das Kircheninnere abzustimmen. 

Fenster, die verkündigen

Kirchenfenster haben eine mehrfache Funktion. Sie bringen Licht in die Kirche und sind ein Element der Architektur. Als religiöse Kunst versuchen sie, die Wahrheit des Glaubens zu gestalten und so den Glauben zu verkündigen. Jede Zeit tut das in der ihr gemäßen Weise; jede Zeit legt den Glauben so aus, dass die ewige Wahrheit Gottes den Menschen nahe kommen kann; jede Zeit hat dafür ihre eigenen Ausdrucksformen. 

Die Themen der Fenster

Was macht Christen heute besonders betroffen, was lässt sie die Tiefe des Glaubens erfahren? Es sind wohl heute biblische Urbilder (Geschichten aus der Bibel also, die einen starken Symbolcharakter haben), die vielen Menschen einen Zugang zum Glauben ermöglichen. Deshalb hat eine Gruppe der Gemeinde dreizehn Themen aus der Bibel ausgewählt, die in ihrer Bildhaftigkeit oder auch mit ihrer symbolischen, also zeichenhaften Kraft tiefe Schichten unseres Menschseins berühren. Ausgewählt wurden die Urbilder Schöpfung, Sintflut, Turmbau zu Babel, Pfingsten, Jakobs Kampf am Jabbok, Exodus, die Wurzel Jesse, Jona, die Hochzeit zu Kana, der verlorene Sohn, das Kreuz, Emmaus und das neue Jerusalem. 

Impulse für Verstand und Gefühl

Die Kunstkommission des Bistums Münster regte an, vier Künstler an einem Wettbewerb zu beteiligen mit dem Auftrag, Fenster zu diesen Themen zu entwerfen, die den Menschen von heute die biblische Botschaft verständlich nahe bringen.

Bodo Schramm, der schon 1971 das Fenster im Chorraum entworfen hatte, gewann den Wettbewerb. In seinen – wie in den anderen – Entwürfen zeigte sich: Moderne religiöse Kunst drückt sich nicht mehr so gegenständlich aus wie zu früheren Zeiten. Sie versucht, durch Farben und Formen Verstand und Gefühl des Menschen anzusprechen, ihn zum Staunen zu bringen und die Wirklichkeit des Glaubens tiefer verstehbar zu machen.

Bodo Schramm hat die Aufgabe so gelöst, dass im unteren Teil des Fensters das Thema in einem Symbol dargestellt wird; im größeren Teil des Fensters wird dasselbe Thema durch eine Farbkomposition so gestaltet, dass der Betrachterin / dem Betrachter Raum bleibt für eigene Phantasie und Bilder. 

Melodie von Farben

Von der künstlerischen Gestaltung und der Farbgebung her bleibt der rote Punkt eindeutig maßgebend. Die Fenster mit ihren Farbwerten fügen sich gut in die Gesamtkomposition der Kirche ein.

Wer von der Nord- bzw. Südseite der Kirche aus die Augen vom roten Punkt über die Fenster schweifen lässt, der spürt, dass der Künstler die Architektur des Kirchenraumes in den Fenstern aufgreift und weiterführt. Es ist Bodo Schramm gelungen, durch die Auswahl des Glases, die Art der Gestaltung und die Farbgebung viel Licht in die Kirche zu bringen.

Die Fenster wirken wie eine Melodie von Farben – eine wertvolle Bereicherung der bisherigen Gestaltung der Kirche. 

Sich Zeit nehmen

Die Fenster der Ludwigkirche sind keine bloße Dekoration. Sie wollen dazu anregen, immer neue Einzelheiten der Darstellung zu entdecken. Wer sich Zeit zum Betrachten nimmt, wer die Farben und Formen auf sich wirken lässt, wer sich durch die Schönheit der Kunst innerlich ansprechen lässt – der verlässt vielleicht als Beschenkter unsere Ludwigkirche. 

Für das Vorbereitungsteam 1984: Michael Dudek und Pfarrer Bernhard Honsel

Künstlerische Gestaltung der Kirchenfenster: Bodo Schramm, Köln

Ausführung: Glasgestaltung W. Derix, Taunusstein 



1. Schöpfung

Gott spricht … Und es wird …

Ludwigfenster 1 Symbol (Datei 235)Symbol: Unsere Erde – Teil des Kosmos

Schrifttext: Gen 1,1-3

Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. …

Gottes Geist schwebte über dem Wasser.

Gott sprach: Es werde Licht.

Ludwigfenster 1 (Datei 236)Gestaltung:

Die verstreuten Farbformen verdichten sich von oben her immer mehr zu einer klaren, gegliederten Ordnung. Aus der hellen Farbe Gelb wird Rot und Braun. Das kaum wahrnehmbare helle Gelb – Ausdruck für den Schöpfungsgedanken Gottes – entwickelt sich zum glutvollen Rot: Feuer, Lava, Materie.

Hinweise zur Deutung:

Dieses Fenster will das Geheimnis der Schöpfung darstellen. Unsere Schöpfung ist nicht ein sinnloses Zufallsprodukt, sondern hinter ihr steht der schöpferische Geist Gottes, der Gedanke Gottes; aus dem Wort Gottes ist alles geworden.

Dieser Prozess der Schöpfung setzt sich bis heute fort: Das Wort Gottes ist auch heute wirksam und schöpferisch; jeder von uns kann durch das Aufnehmen und Weitersagen des Wortes Gottes neuen Mut, neue Hoffnung, neues Leben stiften, also schöpferisch sein. 



2. Sintflut

Arche – ein Bild für Überleben, Neuanfang

Ludwigfenster 2 Symbol (Datei 237)Symbol: Arche, Geborgenheit

Schrifttext: Gen 9,1-11

Hiermit schließe ich meinen Bund mit euch und euren Nachkommen und mit allen Lebewesen. …

Nie wieder soll eine Flut kommen und die Erde verderben.

Ludwigfenster 2 (Datei 238)Gestaltung:

Nur wenige blaue Farbformen zeigen sich oben – es überwiegt die Leere. Die Flut hat alles vernichtet.

Dieses Blau, das Wasser, sammelt sich unten bei der Arche und wird so zum Zeichen der Hoffnung: Es trägt die Arche und rettet Menschen und Tiere vor dem Untergang.

Arche – ein Bild für Überleben, Neuanfang.

Hinweise zur Deutung:

Das Fenster Sintflut weist auf den neuen Anfang hin, den Gott den Menschen trotz des drohenden Versinkens anbietet.

Die Arche rettet.

„Arche“ stammt aus dem Griechischen und heißt „Anfang, Ursprung“. So wie Noach in der Arche Geborgenheit findet, so sind wir geborgen in der Hand Gottes. 



3. Turmbau zu Babel

Alles ist machbar – auch ohne Gott?

Ludwigfenster 3 Symbol (Datei 239)Symbol: Turm, der aus der Mitte gerückt ist: seine Statik trägt nicht

Schrifttext: Gen 11,4

Dann sagten sie: Auf, bauen wir uns eine Stadt und einen Turm mit einer Spitze bis zum Himmel, und machen wir uns damit einen Namen.

Ludwigfenster 3 (Datei 240)Gestaltung:

Das kalte Gelb der Turmkonstruktion prägt dieses Fenster. Es zeigt sich, was der Mensch ohne Gott herstellt: geistlose, starre Konstruktion ohne schöpferische Freiheit.

Aber es zeigt sich auch Hoffnung: Fünf grüne Farbformen sind in der Turmkonstruktion enthalten. Sie sind zwar noch eingemauert, die Spitze des Turms aber enthält eine weitere grüne Form: Baustein für ein neues Leben in der schöpferischen Freiheit Gottes.

Hinweise zur Deutung:

Der „Turmbau zu Babel“ ist ein biblisches Urbild für das Leben der Menschen, die sich an die Stelle Gottes setzen und wie Gott sein möchten. Kennzeichen eines solchen Lebens ist die maßlose Selbstüberschätzung der Menschheit, die zu gewaltigen, rücksichtslosen Machttaten auf Kosten von Natur und Mensch führt. Immer wieder sind wir Menschen in der Gefahr, über andere herrschen zu wollen, für Gott und seine schöpferische Ordnung blind zu sein.

Es gibt auch Hoffnung: „Und sie hörten auf, an der Stadt zu bauen“, heißt es in Gen 11,8b.

Alles ist machbar – auch ohne Gott? – Wir stoßen an Grenzen und erkennen, dass wir nur leben können, wenn wir die Ordnung Gottes im Menschen und in der Schöpfung anerkennen. Die Menschen erkennen, dass sie selbst keine Götter sind und alles können, sondern dass sie von der Gnade und Liebe Gottes leben. 



4. Pfingsten

Kirche – Gottes Geist ermöglicht neues Leben in Vielfalt

Ludwigfenster 4 Symbol (Datei 241)Symbol: sich öffnende Menschen

Schrifttext: Apg 2,1-4

Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. … Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer. …

Und alle wurden vom heiligen Geist erfüllt.

Ludwigfenster 4 (Datei 242)Gestaltung:

Das Fenster enthält eine Fülle verschiedener Farben und Formen. Keines der Elemente gleicht dem anderen; keine Form oder Farbe kehrt wieder.

Die Bewegung geht von oben nach unten; die Geistesgaben, die sich oben frei bewegen, sammeln und ordnen sich unten und werden von den Menschen empfangen.

Aber auch von unten nach oben lässt sich die Bewegung lesen: Menschen unterschiedlichster Herkunft und Begabung können sich mit ihren Geistesgaben frei entfalten.

Hinweise zur Deutung:

Das Pfingstfenster hat die Kirche zum Thema.

Eine lebendige Gemeinde ist angewiesen auf den Geist Gottes, der sich immer neu und in vielfältiger Weise zeigt.

So ist sie auch Träger dieses Geistes: In jeder Gemeinde wirkt Gottes Geist durch die unterschiedlichsten Begabungen und Fähigkeiten, wenn Menschen ihm Raum und Ausdruck geben. 



5. Jakobs Kampf

Jakob ringt mit sich und wird gesegnet: sich selbst und Gott begegnen

Ludwigfenster 5 Symbol (Datei 243)Symbol: Der Mensch ringt mit seinem Schatten, die helle mit der dunklen Seite

Schrifttext: Gen 32,25.27

Als er nur noch allein zurückgeblieben war, rang mit ihm ein Mann, bis die Morgenröte aufstieg. …

Jakob aber entgegnete: Ich lasse dich nicht los, wenn du mich nicht segnest.

Ludwigfenster 5 (Datei 244)Gestaltung:

Zwei Farbgruppen, rot und blau, treffen aufeinander.

Dort, wo beide Farben zusammentreffen, werden die blassen Farben kräftiger.

In jeder Farbgruppe findet sich auch ein Element der jeweils anderen Farbe.

Hinweise zur Deutung:

Das Fenster weist auf innere Kämpfe hin, die sich im Leben eines Menschen ereignen können.

Jakob war ein Erfolgsmensch, der sich mit List und Tücke und immer aktiv durchs leben schlug, der aber keine Ruhe und kein Innehalten kannte und nie Zeit hatte, sich selbst zu begegnen und standzuhalten. Solch ein Leben hält kein Mensch auf Dauer aus: die dunkle, verdrängte Seite meldet sich heftig.

Am Ende, das ist die Verheißung dieses Bildes, lässt Jakob seine dunkle Seite zu und hält ihr stand: Er bittet um den Segen, um die Versöhnung mit sich selbst.

Ein Mensch, der so mit sich, mit seinem Schatten gerungen hat und dann ein gesegnetes, neues Leben beginnen darf, der ist wohl auch Gott näher gekommen, dem Geheimnis unseres Lebens. 



6. Exodus

Befreiung aus der Knechtschaft, Aufbruch zu neuem Leben

Ludwigfenster 6 Symbol (Datei 245)Symbol: gesprengte Ketten

Schrifttext: Ex 14,29.30

Die Israeliten aber waren auf trockenem Boden mitten durch das Meer gezogen, während rechts und links das Meer wie eine Mauer stand.

So rettete der Herr an jenem Tag Israel aus der Hand der Ägypter.

Ludwigfenster 6 (Datei 246)Gestaltung:

Das fließende Blau ist Hinweis auf das Wasser des Roten Meeres, durch das die Israeliten zogen. Solch ein Weg in die Freiheit zeigt auch Gefahren: Oben und unten verengt sich der Weg; die Situation des Überganges offenbart besonders stark die Unsicherheit und Gefahr des Aufbruchs zu neuem Leben. Die Farben Rot, Gelb und Grün stehen für die verschiedenen Stämme des Volkes Israel, aber auch für die Menschen verschiedener Herkunft und mit verschiedenen Geistesgaben, die sich auf den Weg in die Freiheit machen.

Hinweise zur Deutung:

Das Exodus-Fenster macht eine Situation anschaulich, in der wir Christen auch heute stehen können: Wir sind aufgerufen, festgefahrene Lebensmuster, in denen wir zwar äußerlich Sicherheit, innerlich jedoch Kälte und Leere spüren, aufzubrechen und Neues zu wagen.

Dazu will diese Darstellung ermutigen: dem Ruf Gottes trotz der Unsicherheiten zu folgen und sich aus bedrückenden Lebenssituationen heraus auf den Weg in die Freiheit zu machen.

Es geht um sinnvolles, erfülltes Leben. 



7. Weihnachten

Es ist ein Ros entsprungen … Keimendes Leben – Licht in der Dunkelheit

Ludwigfenster 7 Symbol (Datei 247)Symbol: Rose

Schrifttext: Jes 11,1-2

An jenem Tag wächst aus dem Baumstumpf Isais ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht.

Der Geist des Herrn lässt sich auf ihm nieder.

Ludwigfenster 7 (Datei 248)Gestaltung:

Die Farbe im unteren Teil ist steingrau – Hinweis auf die Erde, in die ein Keimling, in Orange dargestellt, eingepflanzt ist.

Oben finden sich Grüntöne: Der Keimling ist aufgegangen und offenbart seine Lebendigkeit.

Die dunkle Grundtönung des Fensters und der helle Keim und das aufsprießende Grün sind Ausdruck für das Licht Christi, das die Dunkelheit der Welt erhellt.

Hinweise zur Deutung:

Der große König David, der Sohn des Isai, war der Hoffnungsträger des Volkes Israel, auch noch lange nach seinem Tod. So erwartet der Prophet Jesaja im achten Jahrhundert vor Christus Rettung von einem neuen König aus dem Geschlecht Davids, der erfüllt ist von Gottes Geist, der ein gerechter Richter ist und Frieden schafft.

Wir Christen glauben, dass in Jesus dieser König geboren ist. Von ihm gehen Licht und Friede aus. Doch die Welt ist damals wie heute dunkel.

Weihnachten feiern wir, dass das Licht Gottes in unsere Dunkelheit gekommen ist: Gott ist in Jesus Christus Mensch geworden – als ohnmächtiges Kind in einem Stall von Bethlehem. 



8. Jona

Geborgenheit in Gott

Ludwigfenster 8 Symbol (Datei 249)Symbol: Jona im Bauch des Fisches

Schrifttext: Jona 1,15; 2,1-3

Da nahmen sie Jona und warfen ihn ins Meer.

Der Herr aber schickte einen großen Fisch, der Jona verschlang.

Jona war drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches und betete zu Gott: In meiner Not betete ich zum Herrn, und er erhörte mich.

Ludwigfenster 8 (Datei 250)Gestaltung:

Die verschiedenen Blautöne zeigen das tiefe, sprudelnde Wasser an, in dem Jona versinkt. Der goldene Fisch fängt Jona auf, so dass er nicht in die Untiefe des Meeres versinken muss.

Das Gold des Fisches weist auf die Kostbarkeit dieses Zeichens der Hilfe Gottes hin. Der Fisch ist ein ruhender Pol; er schenkt Geborgenheit.

Hinweise zur Deutung:

Die Geschichte von Jona, der nach Ninive gehen soll, aber vor Gottes Auftrag flieht und schließlich im Bauch des Fisches landet, kann auch unsere Geschichte sein: Auch wir können in einen Strudel geraten, in dem uns das Wasser über dem Kopf zusammenschlägt und wir immer tiefer versinken.

Für Jona wird der Aufenthalt im Fisch zu einer Phase der Zurückgezogenheit. Gerade in der Krise kann er neue Kraft schöpfen; auf dem tiefsten Grund seiner Existenz kann er Gott begegnen. So ist Jona in Gott geborgen und kann nach drei Tagen und drei Nächten dem Ruf Gottes folgen und seinen Weg in der Welt gehen. 



9. Hochzeit zu Kana

Wunder der Verwandlung

Ludwigfenster9 Symbol (Datei 251)Symbol: Menschen beim Hochzeitsmahl

Schrifttext: Joh 2,7-9

Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser. Schöpft und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist.

Sie brachten es ihm.

Er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war.

Ludwigfenster 9 (Datei 252)Gestaltung:

Jedes der rot-orange-farbigen Elemente enthält in sich zwei verschiedene Tönungen; sie sind Hinweis auf die Wandlung durch die Liebe, die den Menschen immer wieder möglich ist.

Diese Wandlung wird noch offensichtlicher in der Mitte des Fensters: Dort stehen sich auf der linken Seite ein blaues und auf der rechten Seite ein rotes Element gegenüber, die weiter unten miteinander verbunden sind: blaues Wasser wird in roten Wein verwandelt.

Hinweise zur Deutung:

Hochzeit ist ein Bild großer, anbrechender Freude. Dass Menschen sich durch die Kraft Gottes wandeln können, ist etwas Wunderbares.

Jesus, das will das Weinwunder in Kana aussagen, lebte ganz mit Gott verbunden, ganz in der Liebe Gottes; er besaß als Sohn Gottes die Kraft der Liebe, die Wasser in Wein, sinnloses in erfülltes Leben wandeln kann. 



10. Der verlorene Sohn

Der gute Vater

Entfremdung und Versöhnung

Ludwigfenster 10 Symbol (Datei 253)Symbol: zwei Menschen, die sich die Hände reichen

Schrifttext: Lk 15,20

Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater lief seinem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.

Ludwigfenster 10 (Datei 254)Gestaltung:

Die beiden Farben orange und gelb entfernen sich im oberen Teil des Fensters, bewegen sich im mittleren Teil aufeinander zu und begegnen sich im unteren Teil. Das leuchtende Gelb symbolisiert die Vaterspur, das Orange die Sohnspur: Der Sohn, der sich oben immer weiter vom Vater entfernt hat, findet zum Vater zurück und wird von ihm aufgenommen und aufgefangen. Jede Farbe bleibt aber für sich klar erkennbar; es gibt keinen Sieger und Verlierer, sondern in der Versöhnung kann jeder ganz er selber sein.

Hinweise zur Deutung:

Dieses Fenster weist auf die schmerzliche Tatsache der Entfremdung hin, die unser Leben immer wieder durchzieht. Entfremdung ist aber nicht nur Schicksal oder Folge gesellschaftlicher Verhältnisse, sondern sie hat auch etwas mit unserer persönlichen Schuld zu tun.

Diese Darstellung weist auf den Weg zur Vergebung und Versöhnung hin, der unter uns Menschen möglich ist, wenn wir aufeinander zugehen. So bietet uns Gott, unser himmlischer Vater, die Vergebung unserer Schuld und die Versöhnung an. 



11. Passion

Kreuz – Zeichen des Todes und der Hoffnung, Baum des Lebens

Ludwigfenster 11 Symbol (Datei 255)Symbol: Dornenkrone

Schrifttext: Lk 23,44-46

Es war etwa um die sechste Stunde, als eine Finsternis über das ganze Land hereinbrach. Sie dauerte bis zur neunten Stunde. Die Sonne verdunkelte sich. Der Vorhang des Tempels riss entzwei, und Jesus rief laut: Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist. Nach diesen Worten hauchte er den Geist aus.

Aus der Präfation vom Fest Kreuzerhöhung:

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, … immer und überall zu danken. Denn du hast das Heil der Welt auf das Holz des Kreuzes gegründet. Vom Baum des Paradieses kam der Tod, vom Baum des Kreuzes erstand das Leben.

Ludwigfenster 11 (Datei 256)Gestaltung:

Die Grundfarbe des Baumes des Lebens, der in der Form des Kreuzes dargestellt ist, ist anthrazit, grauschwarz – Zeichen für die Dunkelheit des Todes. Wenn man genauer hinsieht, nimmt man jedoch auch leben wahr: von unten nach oben strömt das Blau, das den Lebenssaft symbolisiert, der im Baum im Frühling zu strömen beginnt. Das Grün, das zaghaft aufsprießt, weist auf das Aufbrechen neuen Lebens hin: Es ist Zeichen der Hoffnung.

Hinweise zur Deutung:

Leiden und Tod sind in unserem Leben eine Wirklichkeit. Das Passionsfenster will uns dazu ermutigen, Ausweglosigkeiten und Untergänge auszuhalten, wie Jesus es getan hat; es sagt aber auch, dass in Jesu Tod, am absoluten Nullpunkt, neues Leben begonnen hat: der Tod hat nicht das letzte Wort. Das Kreuz ist für uns Christen das Zeichen dafür, dass Jesus im Leid auf unserer Seite steht, dass er mitleidet; er wird uns auch zum neuen Leben, zur Auferstehung führen. 



12. Ostern

Neuschöpfung – Menschen begegnen dem Auferstandenen

Ludwigfenster 12 Symbol (Datei 257)Symbol: Menschen auf dem Weg

Schrifttext: Lk 24,13.14; 24,30-32

Am gleichen Tag waren zwei von den Jüngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus. Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte.

Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot und gab es ihnen. Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn. Sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete?

Ludwigfenster 12 (Datei 258)Gestaltung:

Das zwölfte Fenster enthält viel Bewegung, Helligkeit und Farbe: Es strahlt Lebendigkeit aus. Rote und grüne Farbgruppen sind unterwegs: Die Erfahrung der Auferstehung führt Menschen zusammen; sie vollzieht sich bei Menschen, die sich bewegen und sich bewegen lassen. Das Goldorange symbolisiert Wärme, neues Leben, die neue Schöpfung; Es lehnt sich an die Form des Schöpfungsfensters an.

Hinweise zur Deutung:

Ostern, die Erfahrung, dass Jesus lebt und neue Kraft schenkt – diese Erfahrung machen die Emmausjünger: „Brannte nicht unser Herz?“. Die Begegnung mit dem Auferstandenen bewegt ihre Herzen und ermutigt sie zu einem neuen Anfang. Solche Ostererfahrung ist auch für uns heutige Christen das Fundament unseres Glaubens. Die Auferstehung Jesus gibt uns Mut, täglich neu „aufzustehen“ und unseren Lebensweg zu gehen; sie gibt uns auch die Gewissheit, dass wir am Ende unserer Tage mit Christus zum ewigen Leben auferstehen werden. 



13. Das neue Jerusalem

Vollendung – Leben in Fülle

Ludwigfenster 13 Rosette (Datei 259)Symbol: Rosette

Schrifttext: Offb 21,1-5a

Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr. Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen; sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat. Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein. Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen. Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen. Er, der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu.

Offb 21,16.18-19.21-22; 22,1

Die Stadt war viereckig angelegt und ebenso lang wie breit. Ihre Mauer ist aus Jaspis gebaut, und die Stadt ist aus reinem Gold, wie aus reinem Glas. Die Grundsteine der Stadtmauer sind mit edlen Steinen aller Art geschmückt. Die zwölf Tore sind zwölf Perlen. Die Straße der Stadt ist aus reinem Gold, wie aus klarem Glas. Einen Tempel sah ich nicht in der Stadt. Denn der Herr, ihr Gott, der Herrscher über die ganze Schöpfung, ist ihr Tempel, er und das Lamm. Und er zeigte mir einen Strom, das Wasser des Lebens, klar wie Kristall; er geht vom Thron Gottes und des Lammes aus.

Gestaltung und Hinweise zur Deutung:

Durch die Neuverglasung tritt die ursprüngliche Klarheit der Steinrosette deutlich hervor; die Rosette als Sonnenrad, im Zentrum ein Kreuz, umgeben von einem Kranz von Kreisen. Jetzt fällt auch die Schönheit der Gesamtarchitektur der Rückwand ins Auge: die Orgel mit ihren verschiedenartigen Pfeifen aus Holz, Kupfer und Zinn, die sich farblich abheben, und dahinter die Rosette.

„Die neue Stadt, das himmlische Jerusalem“: Gestaltungsprinzip ist der Grundriss einer altrömischen Stadt; im Zentrum der Stadtkern, Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen (orange, gelb, grün), dann die Stadtgrenze (pink); im Umfeld, im äußeren Kranz: starkes Blau als Symbolfarbe für lebendiges Wasser und Geist.

Alles, was in den Fenstern der Kirche als Farbe verstreut ist, sammelt sich in der Rosette. 



14. Brief

Ein Geschenk des Künstlers an die Gemeinde

Ludwigfenster 14 Brief (Datei 260)Symbol: stilisierter Brief

Winfried Böder: Der Künstler öffnet seinen Farbkasten und gibt uns Einblick in den Reichtum und die Fülle seiner Farben, noch wohl geordnet und aufeinander abgestimmt. Die Farben offenbaren bereits hier je nach Lichteinfall und Standort eine große Vielfalt.

Die Farben sind in Formen gegossen, keine der Formen gleicht einer anderen. Auch die Formen drängen zur Vielfalt. Es scheint, als bekämen einige dieser Formen Füße und Köpfe, Noten und Notenhälsen gleich. Einige Formen sind nicht mehr umgrenzt, brechen auf, drängen zum Aufbruch, drängen zur Aussage. Satzelemente, an Doppelpunkten, Kommas und Punkten erkennbar, nehmen Gestalt an. Der Künstler zieht auch die Zäsur in Betracht.

Worte, in angedeuteten Schriftzügen entworfen, stenographischen Zeichen ähnelnd, wollen gesprochen sein. Einige Großbuchstaben füllen sich mit Farbe.

Der Künstler spielt mit seinen Formen und Farben. Er deutet an, was er in seinen Fenstern weiterführt und gestaltet: Der Weg des Menschen durch seine Geschichte mit Gott. Auch die Aussagen des Alten und Neuen Testaments wollen interpretiert werden, sind oft eher im Bild zu verstehen, zu erahnen, denn als umrissene, feste Aussagen präzise festzulegen.

Es scheint, als würden die künstlerischen Mittel und die inhaltlichen Aussagen in der Rosette des Turms ihre Vollendung finden. Die Formen und Farben des Farbkastens machen sich auf den Weg und erreichen im Neuen Jerusalem ihre höchste Form.

Trägt das Fenster nicht am Ende eine Unterschrift mit Vor- und Zunamen, als wäre ich/jeder einzelne gemeint mit meiner Geschichte? Bodo Schramm unterschreibt mit seinem Namen, verfremdet zwar und verschlüsselt, aber eben er selber. 



15. Licht

Das Lichtfenster im Chorraum

Ludwigfenster 15 Chor (Datei 261)Symbol: Kreis und Rechteck

Dieses Fenster wurde bereits 1971 von Bodo Schramm gestaltet mit der Vorgabe, das Licht ungefärbt auf den Roten Punkt fallen zu lassen. Wenn abends die Kirche von innen erleuchtet ist, ergibt sich von außen ein ganz besonderer Blick auf dieses Fenster: die prismenartig wirkenden dicken Glaselemente im unteren Teil reflektieren die leuchtende Farbe des Roten Punktes und spielen die Farbthematik weiter. Der Rote Punkt hat hier eine starke Außenwirkung. 



16. Kreuzweg

16 Stationen von Leid, Tod und Leben

Ludwigfenster 16 Kreuzweg (Datei 262)Symbol: Kreis und Band

Der Kreuzweg entstand nach der Renovierung der Ludwigkirche 1971. Als der Rote Punkt die Kirche gestalterisch dominierte, musste auch der alte Kreuzweg einem neuen Platz machen. Bodo Schramm entwarf im Dürerjahr 1971 – Dürer ist 1471 geboren – ein „Kreuzweg-Fenster“ als spiralförmigen Weg in die Mitte. Hier in der Mitte ist das alles sehende Auge, das alte Symbol für Gott.

Die traditionellen Kreuzwegstationen erweiterte Schramm um zwei und fügte die Verkündigung und die Auferstehung hinzu. Im realistischen Stil Dürers gestaltete er die Szenen, in denen es um das Leben geht. Die Szenen, in denen das Leiden Jesu dargestellt wird, sind dagegen skizzenhaft gehalten: Das Leid ist unvorstellbar und deshalb nicht darstellbar.

 

Titel Kirchenführer St. Ludwig (Datei 2203)

St. Ludwig – KirchenSchatz im Bistum Münster

Im Jubiläumsjahr 2005 „Eine Liebesgeschichte – 1200 Jahre Bistum Münster“ wurde die St.-Ludwig-Kirche als eine von 66 „Kirchenschätzen“ ausgewählt. Sie reiht sich in die „Moderne&Gegenwart-Tour“ ein.

Über die Kirche sind drei neuere Kirchenführer erhältlich, die hier als PDF-Datei heruntergeladen werden können:

Heft 1: Strom vom Himmel

Heft 2: Die Kirche mit dem Roten Punkt

Heft 3: Die Fenster