Pater Becker 55 Jahre Priester

Pater Becker 55 Jahre Priester

Pater Reinhold Becker (84) feiert am Sonntag, 10. Juli 2016 sein 55-jähriges Priesterjubiläum („Platin- oder Juwelenfest“). Wir beginnen um 9.45 Uhr mit der Messe in der Boscokirche, anschl. laden wir zu Pommes und Würstchen in den Pfarrhausgarten ein.

Wikipedia: „Platin ist ein schweres, schmiedbares, dehnbares, grau-weißes Übergangsmetall. Das Edelmetall ist sehr korrosionsbeständig…“

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Pater Reinhold Becker: Meine Vita

M E I N E     V I T A
Daten aus dem Leben von P. Reinhold Becker

19. Dez. 1931
Geburt eines strammen Jungen auf der Ostkampstraße 74 in Liesborn. Eltern: Franz Becker und Anna geb. Peitzmann.

27. Dez. 1931
Taufe auf den Namen Reinhold Franz in der Abteikirche St. Cosmas und Damian in Liesborn.

1934
Schwere Gehirnhautentzündung. Laut Dr. Hartmann wird der Junge die Nacht nicht überleben; er überlebt und wurde wieder gesund. War es das Gebet der Eltern und seiner 4 älteren Geschwister, die jene Nacht am Kinderbettchen zubrachten?

3. Apr. 1935
Geburt einer kleinen Schwester, das 6. Kind in der Familie.

Ostern 1938
Einschulung in das 1. Schuljahr der Kath. Volksschule in Liesborn, Klassenlehrer Herr Möller.

1. Sept. 1939
Kriegsanfang: Verteilung von Essensmarken, Rationierung, Einquartierung von Soldaten in jedem Haus, Luftangriffe, Schulunterricht in den Kellerräumen der Abtei, nachmittags Arbeit auf den Feldern der Bauern usw.

April 1945
Kriegsende und Besatzung durch belgische Truppen im Dorf.

Ostern 1946
Schulentlassung. Da Reinhold aber nicht wußte, was er werden wollte, musste er mit einigen anderen ein 9. Schuljahr absolvieren wegen Ausfalls vieler Klassenstunden im Krieg.

Ostern 1947
Nochmals Schulentlassung und Beginn der Schreinerlehre bei Loddenkämper, Alkenerstraße in Hentrup, Liesborn.

Nov. 1947
Volksmission in Liesborn, an der Reinhold rege teilnimmt. Der Gedanke, Priester zu werden erwächst hier.

Weihn. 1947
Reinhold teilt seinen Eltern mit, „ich will Pastor werden“. Abbruch der Lehre und Suche nach einer höheren Schule, die auch 16-jährige noch aufnimmt. Unterdessen: Lateinstunden bei Lehrer Kaub.

Ostern 1948
Aufnahme in die Missionsschule der Weißen Väter in Rietberg, Kreis Wiedenbrück. Die 4 unteren Klassen der höheren Schule werden hier in 2 Jahren absolviert.

Ostern 1950
Weiterstudium in der Missionsschule der Weißen Väter in Großkrotzenburg bei Hanau am Main.

Ostern 1955
Abitur daselbst. Schriftliche Prüfung in Deutsch, Mathematik, Latein und Griechisch.

3. Mai 1955
Beginn des Philosophiestudiums im Seminar der Weißen Väter zu Trier. Der Priesterkragen wurde zur Pflicht bei allen feierlichen Anlässen.

12.9.1957
Feierliche Einkleidung und Beginn des Noviziats in Varsenare bei Brügge in Belgien. Das Tragen des weißen Ordenskleides der Weißen Väter ist von nun an Pflicht.

Sept. 1958
Eine Woche Ferien in Liesborn und dann Beginn des Theologiestudiums im Studienhaus der Weißen Väter in Heverlee bei Leuven in Belgien. 120 Kandidaten aus 12 verschiedenen Nationen bereiten sich in 8 Semestern auf die Priesterweihe vor. Flämisch und Französisch ist Umgangssprache.

8. Jul. 1961
Priesterweihe in Salzkotten bei Paderborn mit vier anderen Mitbrüdern durch den späteren Kardinal Zungrana aus Uagadugu in Burkina Faso.

9. Jul. 1961
Primiz in Liesborn unter Anteilnahme der ganzen Bevölkerung mit Pastor Konermann und Kaplan Vörkel.

2. Aug. 1961
Die erste Trauung seines Lebens: Seine jüngere Schwester. Anschließend das letzte Semester in Leuven.

20.1.1962
Ende des Studiums, Ferien daheim und Vorbereitung auf die Ausreise in den Belgisch-Kongo.

Febr. 1962
Abflug ab Brüssel-Zaventhem. Zwischenlandung in Athen, Bujumbura (Burundi), Entebbe (Uganda) bis Arua (Grenze Kongo­Uganda). Mit dem Auto geht es über die Grenze über Aru,
Essebi nach Bunia: 350 Km.

März 1962
Kaplan an der Bischofskirche zu Bunia. Erlernung der Kibira-Sprache im Kontakt mit den Babiras in den Dörfern anlässlich der pastoralen Besuche durch die Dörfer (Safaris). Religionsunterricht in den Schulen, Jugendarbeit in den Verbänden und Zeremoniar des Bischofs bei feierlichen Anlässen.

1.9.1964
Revolution im Kongo. 3 Monate unter Rebellenherrschaft, Gefängnis, tägliche Androhung von Erschießung, Ausplünderung. Vergewaltigung der Schwestern, Ermordung einer Schwester
und 3 Mitbrüder in Bunia. Tägliche öffentliche Hinrichtungen von der einheimischen Elite durch die Rebellen auf den Straßen von Bunia.

1.12.1964
Befreiung durch weiße Söldner und Heimflug nach Deutschland über Leopoldville (heute: Kinshasa). Urlaub in Liesborn und 6 Monate im Missionshaus zu Rietberg: Diavorträge in Schulen und Gemeinden.

Juni 1965
Kauf eines VW mit Spendengeldern aus Liesborn und Rückfahrt per Auto über Belgien und Frankreich bis Marseille, dann mit dem Schiff: Mittelmeer, Suez-Kanal, Rotes Meer, Indischer Ozean nach Mombasa. Von dort weiter mit dem Auto über Nairobi, Tanzania, südlich des Viktoriasees entlang, Burundi Ruanda bis Bunia.

Juli 1965
Weiterarbeit in Bunia, verantwortlich für die Schulen der Pfarrei mit 86 Lehrern. Dezentralisierung und Bildung von neuen Schuldirektionen im entfernten Busch. Dekanatsjugendseelsorger und ab 1970 Diözesanjugendseelsorger.

März 1970
Ernennung zum Pfarrer an der Bischofskirche zu Bunia. Erlernung der liturgischen Sprache Kisuaheli, Bau einer neuen Leprastation in Bunia; Versorgung dieser Kranken mit Medikamenten, Pflegepersonal und Nahrung. Bau von Schulzentren in Beabo, Mwanga, Solenyama und Miyala.

Juli 1971
Heimaturlaub.

1. Jan. 1972
Arbeitsantritt beim Päpstlichen Missionswerk (heute Missio) im Generalvikariat in Trier: Kontakte mit Missionaren in Übersee, Gründung von Missionsausschüssen in den Gemeinden, Durchführung von besonderen Missionssonntagen, Missionspredigten im ganzen Bistum Trier.

Juli 1975
Zurück in den Kongo. Pfarrer von Badiya, 40 km westlich von Bunia. 4500 Km2 groß, halb Savanne halb Urwald, 90.000 Einwohner, 47.000 Katholiken, 90 Katechisten. 2 Pfarrreferenten (einheimische) und 2 weitere Patres. Zielsetzung: Finanzielle Eigenständigkeit der Pfarrei. Drei Kirchen wurden erbaut in Nchweki, Musedzo und Komanda mit eigenen Leuten und eigenen Mitteln. Bau eines kleinen Krankenhauses für die erste Hilfe mit Entbindungsstation. Bau eines Schwesternklosters für 5 Schwestern, die Sorge um die Leprakranken übernehmen sollen. Brückenbau über den Shari hinter der Mission zwecks Anbindung von 20.000 Menschen an unsere Schulen, Märkte und medizinische Versorgung. Nach der Verstaatlichung liegt das Schulwesen darnieder. Als Schulrat über 113 Lehrer gilt es einen Neuanfang zu machen. Unrentable Klassen werden aufgehoben, neue werden gegründet, wo es nötig ist und die Bevölkerung mitarbeitet. Neue Direktionen entstehen. Der Staat bezahlt schlecht; die Kinder werden zur Feldarbeit für ihre Lehrer herangezogen, damit die Lehrer überhaupt leben können.

Juli 1986
Urlaub in Liesborn und Silberjubiläum. Schilddrüsenerkrankung und Verbleib in Deutschland -für immer. Behandlung und Kuren.

Juli 1987
Ernennung zum Ökonom unseres Studienhauses in Trier. Pastorale Aushilfen an Mosel und Saar im Hunsrück und in der Eifel.

Nov. 1991
Superior in unserem Begegnungszentrum in Münster. Missionarische Bewusstseinsbildung unter den Studenten, Aushilfen in den Innenstadtpfarreien.

Sept. 1993
Superior im Altenheim der Weißen Väter in Haigerloch im Musterländle Schwaben, in der Nähe der Burg Hohenzollern. Betreuung und Begleitung unserer älteren Mitbrüder, 24 Patres und Brüder. Altenseelsorger des Dekanates Hechingen. Aushilfen und Missionspredigten im süddeutschen Raum.

Nov. 1995
Herzinfarkt und 3 monatiger Aufenthalt in Krankenhaus und Reha. Weiterhin Arbeit in Haigerloch bis Ende 1996.

Febr. 1997
Ernennung nach Dillingen an der Saar in den Ruhestand und um den beiden anderen Mitbrüdern zu helfen bei den Aushilfen in der Umgebung von Merzig und Saarlouis.

Febr. 1999
Versetzung ins Missionshaus nach Hörstel bei Rheine.

März 1999
Ernennung durch den Bischof von Münster zum Pfarrverwalter in der Pfarrei St. Joh. Bosco zu Ibbenbüren; Hinführung der Pfarrei in die Seelsorgeeinheit St. Ludwig – St. Joh. Bosco.

Sept. 1999
Vicarius cooperator dieser beiden Pfarreien; das Hauptbetätigungsfeld bleibt jedoch St. Joh.-Bosco.

30.6.2001
40-jähriges Priesterjubiläum in der Heimatpfarrei Liesborn

8. Jul. 2001
40-jähriges Priesterjubiläum in der Pfarrei St. Joh. Bosco.

19. Dez. 2001
Der 70.Geburtstag wird unter Anteilnahme der Vereine und der ganzen Gemeinde im Boscohaus gefeiert. Angehörige und Freunde sind auch dabei.

1. Jan. 2005
Ernennung durch den Bischof zum Vicarius Cooperator der neuen Pfarrei Hl. Kreuz mit den Kirchengemeinden: St. Ludwig und St. Joh. Bosco in Ibbenbüren und St. Peter u. Paul in Brochterbeck mit St. Modestus in Dörenthe.

19. Dez. 2006
75. Geburtstag und immer noch mit Freuden im Dienst der großen Pfarrei.

Juli 2011
50 Jahre Priester! Das wird groß gefeiert:

So. 3.7.11 – in der Heimatpfarrei Liesborn mit Schützenverein und Feuerwehrkapelle in der Kirche und auf dem Festzelt.

So. 10.7.11 – in St. Joh. Bosco: in der Kirche, auf dem Festplatz neben der Kirche und im eigens aufgebauten Festzelt. Ein gelungenes und wunderbares Fest, wo die ganze Pfarrei tatkräftig mitgefeiert hat. Es war für alle wirklich ein Freudenfest.

Mo.19.12.11.
„P. Becker wird 80!“ Und das riefen sich die Leute zu. Es begann mit der hl. Messe und weiter ging es im Boscohaus. Es war ein großes Danke des „Geburtstagskindes“ für so viel Liebe und Freundschaft in all den Jahren in dieser Pfarrei Und immer wieder hörte man: „Bleibe noch viele Jahre bei uns!“

Juli 2016
Nun bin ich 55 Jahre Priester und 17 Jahre hier in dieser Pfarrei. Ich spüre, dass das alles ein wunderbares Geschenk Gottes ist, wofür ich ihm von ganzem Herzen danke!!

Reinhold Becker, 1. Mai 2016