Pater Bernhard Hagen (80) ist tot

Pater Bernhard Hagen (80) ist tot

Pater Bernhard Hagen (Weiße Väter Hörstel) ist heute Mittag (25.8.2016) im Alter von 80 Jahren in Bad Rothenfelde gestorben. Die Vorabendmesse am Samstag um 16.45 Uhr in St. Antonius Hörstel wird im besonderen Gedenken an Pater Hagen gefeiert. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, sich in der Friedhofskapelle von dem Verstorbenen zu verabschieden. Die Beerdigung ist am Mittwoch, 31. August 2016, um 15 Uhr von der Friedhofskapelle in seinem Heimatort Altenberge bei Haren/Ems aus. Anschließend ist die Messe in der St.-Bonifatius-Kirche.


Pater Bernhard Hagen verstarb in Bad Rothenfelde

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Bernhard Hagen wurde am 17 März 1936 in Haren-Husberg/Ems als zweites von acht Kindern geboren. Nach der Volksschule erlernte er das Maurerhandwerk. Sein Wunsch war es, Missionar zu werden. So besuchte er das Aufbaugymnasium in Geilenkirchen. Danach kam er zu den WeissenVätern und studierte von 1962 bis 1965 Philosophie in Trier. Das Noviziat machte er 1965/66 in Hörstel. Es folgte das Theologiestudium in London von1966 bis 1970, am27.Juni 1970 wurde vom Bischof von Osnabrück in Altenberge/Ems zum Priester geweiht. Schon drei Monate später reiste er in die Mission nach Ghana aus. Er erlernte die lokale Sprache und war bis 1980 in der Pfarrei Bole in der Seelsorge tätig. Als die Pfarrei aufgeteilt wurde ging er in den nun selbstständig gewordenen Teil und baute die Pfarrei von Tuna auf.Dort und besonders auch in Kalba, das später ebenfalls eigenständige Pfarrei wurde, wirkte er bis zu seiner Rückkehr nach Deutschland 1993. Er kam aus gesundheitlichen Gründen zurück. Doch er blieb er mit dem Herzen in Ghana, wohin er öfter allein und mit Gruppen zurückkehrte. Er wurde zu einem Brückenbauer zwischen Kontinenten und Kulturen. Besonders als Missionsreferent in der Diözese Münster verstand er es, die Heimatkirche für die Belange der Kirche in Ghana zu interessieren. Als Superior des Missionshauses in Hörstel arbeitete er auch dort mit in der Seelsorge und förderte die Anliegen der Mission und besonders von Ghana, wo es nur ging. Noch in diesem Jahr besuchte Pater Hagen mit einer Gruppe sein früheres Missionsgebiet, wo er weiterhin verschiedene Entwicklungsprojekte unterstützte. Nach seiner Rückkehr aus Ghana fühlte sich Bernhard gesundheitlich angeschlagen. Es wurde eine akute Herzerkrankung diagnostiziert. Am 25. August 2016 ist Pater Hagen im Herzzentrum von Bad Rothenfelde verstorben.

http://www.afrikamissionare.de/de/verstorbene_2016.html


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„Allein habe ich nichts gemacht“

27. AUGUST 2016

 Nachruf: Trauer um Pater Bernhard Hagen aus Haren

Pater Bernhard Hagen freute sich Anfang 2015 in Altenberge über gut gefüllte Altpapier-Container. Foto: HarnackPater Bernhard Hagen freute sich Anfang 2015 in Altenberge über gut gefüllte Altpapier-Container. Foto: Harnack

Haren. Pater Bernhard Hagen ist tot. Der Missionar der Weißen Väter starb in der vergangenen Woche nach kurzer Krankheit im Alter von 80 Jahren

Nur wenige Wochen sind seit seinem letzten Besuch in Afrika vergangen. Beerdigt wird er in seinem Heimatdorf Haren-Altenberge. Mit Bernhard Hagen ist ein Mensch gestorben, der sein Leben ganz in den Dienst anderer gestellt hat, 25 Jahre lang war als Missionar für den Orden der Weißen Väter in Ghana tätig. Seine Aufgabe sah er zeit seines Lebens nicht nur in der Mission. Den katholischen Glauben lebte er vor allem dadurch, dass er den Menschen vor Ort in den Mittelpunkt stellte und dabei half, die Lebensbedingungen zu verbessern.

Bernhard Hagen wurde 1936 in Haren-Altenberge geboren. Nach einer Lehre als Maurer und Zimmermann folgten Abitur und Theologiestudium unter anderem in London. Am 27. Juni 1970 wurde Bernhard Hagen in Altenberge zum Priester geweiht. Bereits im Dezember 1970 flog er nach Ghana, in das ihm unbekannte Afrika, zum Orden der „Weißen Vätern“. Dort lebte und arbeitete er bis in die 1990er-Jahre als Missionar, getragen von Glaubwürdigkeit und Nächstenliebe.

Durch diesen Kontakt entstand 1981 der Aktionskreis Pater Hagen, der sich das Ziel gesetzt hat, durch die Sammlung von Altpapier- und Altkleidern der Gemeinde Kalba im Norden Ghanas finanzielle Unterstützung zum Aufbau sozialer und humanitärer Strukturen zu leisten.

Mit Erfolg: Mehr als 900000 Euro hat der Aktionskreis Pater Hagen inzwischen für die Hilfe in Afrika eingenommen und damit ganz im Sinne seines Namensgebers Bernhard Hagen viel Gutes geleistet. Und der Verein Rüt’n’Rock e.V. nahm mit Rockkonzerten weitere mehr als 115000 Euro für diese gute Sache ein.

Und genau das gefiel Pater Hagen. Als Brückenbauer zwischen Kontinenten und Kulturen wird er in Erinnerung bleiben ebenso wie als bescheidener Strippenzieher: „Alleine habe ich nichts gemacht“, sagte er anlässlich der Veröffentlichung eines Buches über ihn.

Ein großer Wunsch war ihm im Sommer noch in Erfüllung gegangen: Am 17. Juli traf er Ghanas Präsidenten John Dramani Mahama persönlich. Mahama war in seiner Kindheit Messdiener gewesen – im Gottesdienst von Pater Bernhard Hagen.

http://www.paterhagen.de/


 

Noch im Juli Ghana bereist

Afrika-Missionar Pater Bernhard Hagen tot

Hörstel. Pater Bernhard Hagen aus Hörstel im Landkreis Steinfurt ist am Donnerstag (25.08.2016) im Alter von 80 Jahren in Bad Rothenfelde (Landkreis Osnabrück) gestorben. Vor allem als Missionar und Förderer in Ghana hat er sich einen Namen gemacht. Noch im Juli war er mit einer Gruppe in Afrika, wo er verschiedene Entwicklungsprojekte unterstützte.

Bernhard Hagen wurde am 17. März 1936 in Haren (Ems) geboren. Zunächst machte er eine Maurerlehre. Später trat er in den Orden der Weißen Väter ein. 1970 wurde er am 27. Juni 1970 vom Osnabrücker Bischof Helmut Hermann Wittler in Altenberge bei Haren (Ems) zum Priester geweiht. Schon drei Jahre später reiste er in die Mission nach Ghana aus. Er erlernte die örtliche Sprache und war dort bis 1993 in der Seelsorge tätig, bevor er aus gesundheitlichen Gründen nach Deutschland zurückkehrte und nach Hörstel kam.

Als Missionsreferent im Bistum Münster interessierte er die Heimatkirche für die Belange der Kirche in Ghana. Als Superior des Missionshauses in Hörstel förderte er die Anliegen der Mission. Am Donnerstag ist er an einer Herzerkrankung verstorben.

Die Vorabendmesse in St. Antonius Hörstel wird am Samstag (27.08.2016) um 16.45 Uhr im Gedenken an Pater Bernhard Hagen gefeiert. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, sich in der Friedhofskapelle von ihm zu verabschieden. Die Beerdigung wird zu einem späteren Zeitpunkt in seinem Heimatort Altenberge bei Haren (Ems).

Text: Christof Haverkamp | Foto: Marianne Sasse
26.08.2016

http://kirchensite.de/aktuelles/bistum-aktuell/bistum-aktuell-news/datum/2016/08/26/afrika-missionar-pater-bernhard-hagen-tot/


Nachruf zum Tod von Pater Bernhard Hagen

Am 03.03.2016 war in der Ibbenbürener Volkszeitung folgende Überschrift zu lesen: „Es ist Zeit, sich zurückzuziehen.“ Und darunter war ein Foto von Pater Bernhard Hagen zu sehen.

Im März haben wir Pater Bernhard Hagen im Alter von 80 Jahren aus dem aktiven Dienst in unserer Pfarrgemeinde St. Reinhildis verabschiedet, deshalb auch die Überschrift, aber was zu diesem Zeitpunkt wohl niemand ahnte war, dass diesem Abschied schon bald, nämlich am Donnerstag dem 25.08.2016, ein weiterer folgen würde. An diesem Tag ist Pater Bernhard Hagen nämlich für viele überraschend und unerwartet hinüber gegangen ins andere Leben, zu Gott.

Pater Bernhard Hagen wurde am 17.03.1936, in Altenberge, Haaren an der Ems geboren. Er hat die Volksschule absolviert, eine Ausbildung zum Maurer und schließlich zum Meister gemacht. Von 1957–1963 hat er bei den Steyler Patres studiert mit dem Ziel einer von ihnen zu werden. Nach dieser Zeit hat er den Studienort gewechselt und ist nach Trier zum Studium der Philosophie, von 1963–1965, bei den Weißen Vätern gegangen. Dort ist für ihn die Entscheidung gefallen, sich dieser Gemeinschaft anzuschließen, wozu er 1965 nach Hörstel ins Noviziat gegangen ist. Ein Jahr war er dort, bevor er dann nach London zum Theologiestudium aufbrach. Im Jahr 1970 beendete er dort sein Studium und empfing am 29.09.1970 die Priesterweihe in seiner Heimatgemeinde Altenberge. Danach begann er seinen Traum zu leben, nämlich als Missionar in Afrika tätig zu sein. Bis 1994 war er in der Missionstätigkeit in Ghana und von dieser Zeit hat er bis zuletzt geschwärmt. Da war sein Platz und deshalb ist er regelmäßig, zumeist mit Gruppen, immer wieder dorthin gefahren, zuletzt noch vor wenigen Wochen. Am liebsten wäre er auch dort gestorben, das war kein Geheimnis, aber dieser Wunsch wurde ihm verwehrt. In dieser Zeit in Ghana und auch danach hat er viele Partnerschaften mit Gemeinden in Deutschland und Ghana ins Leben gerufen, so auch hier in Hörstel, im Jahre 1983. Durch ihn ist die Liebe zu Afrika und zu den Menschen dort übergesprungen auf andere und gemeinsam haben sie viel Gutes für die Menschen in Ghana, eben Dank Pater Hagen, erreicht.

Nach seiner Zeit in Ghana kam Pater Hagen nach Hörstel und war von hier aus von 1995–1999 Missionsreferent im Bistum Münster. Im Anschluss daran hat er bis November 2015 in St. Reinhildis gewirkt. In dieser Zeit als Pastor hat Pater Bernhard Hagen in der Seelsorge die unterschiedlichsten Aufgaben übernommen. Er hat Gruppen begleitet, Missionsprojekte gegründet und auf den Weg gebracht, Gottesdienste mitgestaltet und gefeiert, Themenabende angeboten und durchgeführt, mit Leuten aus der Gemeinde Doppelkopf gespielt, aber vor allem war er für die Menschen da. Durch seine freundliche und zuvorkommende Art war er überall gern gesehen. Als Gemeinde haben wir einen sehr sympathischen und engagierten Seelsorger verloren, dem wir viel verdanken und den wir sicher nicht so schnell vergessen werden.

Im IVZ Interviewe zu seinem Abschied aus dem aktiven Dienst in St. Reinhildis wurde Pater Hagen gefragt:“ Wenn Sie auf ihren Leben blicken, würden sie den Weg noch einmal so gehen? Pater Hagen: Den Weg würde ich genauso wieder gehen. Höhen und Tiefen gab es immer, aber ich habe den Weg nie bereut.“

Wenn jemand, in diesem Fall Pater Bernhard Hagen, am Ende seines Lebens so etwas sagen kann, dann finde ich das tröstlich für ihn, aber auch für uns.

Im Gebet bleiben wir ihm verbunden und empfehlen ihn nun der Barmherzigkeit unseres Gottes.

Für die Kirchengemeinde St. Reinhildis Hörstel

Pfarrer Christoph Winkeler

http://www.st-reinhildis.de/index.php?id=503


„ALLEIN HABE ICH NICHTS GEMACHT“
Nachruf: Trauer um Pater Bernhard Hagen aus Haren

Haren. Pater Bernhard Hagen ist tot. Der Missionar der Weißen Väter starb in der vergangenen Woche nach kurzer Krankheit im Alter von 80 Jahren
Nur wenige Wochen sind seit seinem letzten Besuch in Afrika vergangen. Beerdigt wird er in seinem Heimatdorf Haren-Altenberge. Mit Bernhard Hagen ist ein Mensch gestorben, der sein Leben ganz in den Dienst anderer gestellt hat, 25 Jahre lang war als Missionar für den Orden der Weißen Väter in Ghana tätig. Seine Aufgabe sah er zeit seines Lebens nicht nur in der Mission. Den katholischen Glauben lebte er vor allem dadurch, dass er den Menschen vor Ort in den Mittelpunkt stellte und dabei half, die Lebensbedingungen zu verbessern.
Bernhard Hagen wurde 1936 in Haren-Altenberge geboren. Nach einer Lehre als Maurer und Zimmermann folgten Abitur und Theologiestudium unter anderem in London. Am 27. Juni 1970 wurde Bernhard Hagen in Altenberge zum Priester geweiht. Bereits im Dezember 1970 flog er nach Ghana, in das ihm unbekannte Afrika, zum Orden der „Weißen Vätern“. Dort lebte und arbeitete er bis in die 1990er-Jahre als Missionar, getragen von Glaubwürdigkeit und Nächstenliebe.
Durch diesen Kontakt entstand 1981 der Aktionskreis Pater Hagen, der sich das Ziel gesetzt hat, durch die Sammlung von Altpapier- und Altkleidern der Gemeinde Kalba im Norden Ghanas finanzielle Unterstützung zum Aufbau sozialer und humanitärer Strukturen zu leisten.
Mit Erfolg: Mehr als 900000 Euro hat der Aktionskreis Pater Hagen inzwischen für die Hilfe in Afrika eingenommen und damit ganz im Sinne seines Namensgebers Bernhard Hagen viel Gutes geleistet. Und der Verein Rüt’n’Rock e.V. nahm mit Rockkonzerten weitere mehr als 115000 Euro für diese gute Sache ein.
Und genau das gefiel Pater Hagen. Als Brückenbauer zwischen Kontinenten und Kulturen wird er in Erinnerung bleiben ebenso wie als bescheidener Strippenzieher: „Alleine habe ich nichts gemacht“, sagte er anlässlich der Veröffentlichung eines Buches über ihn.

Ein großer Wunsch war ihm im Sommer noch in Erfüllung gegangen: Am 17. Juli traf er Ghanas Präsidenten John Dramani Mahama persönlich. Mahama war in seiner Kindheit Messdiener gewesen – im Gottesdienst von Pater Bernhard Hagen.

Ein Artikel von Tobias Böckermann

Tobias Böckermann, Redakteur, Jahrgang 1973, hat in Münster Geschichte, Biologie, Politik und Soziologie studiert. Sein Abitur hat der gebürtige Meppener 1992 am Gymnasium Marianum in der Kreisstadt abgelegt. 1999 bis 2005 arbeitete er in der Politikredaktion der Neuen Osnabrücker Zeitung, wechselte dann wunschgemäß zur Meppener Tagespost und ist inzwischen für die Stadt Haren zuständig. Inzwischen hat er mehrere Bücher zum Thema Natur und Landschaft veröffentlicht. mehr

Mehr zum Aktionskreis auf
www.paterhagen.de
Zur Beerdigung erbitten die Angehörigen anstelle zugedachter Kränze oder Gestecke lieber Spenden für den Aktionskreis.

http://www.noz.de/lokales/haren/artikel/765119/nachruf-trauer-um-pater-bernhard-hagen-aus-haren


Pater Bernhard Hagen verstorben

Pater Hagen verstarb am 25. August im Alter von 80 Jahren in Bad Rothenfelde an den Folgen einer akuten Herzerkrankung.

Unser Beileid gilt den Angehörigen ebenso wie den Mitbrüdern seiner Ordensgemeinschaft, für die er nach seiner Rückkehr aus Ghana im Jahre 1993 als Superior der Niederlassung in Hörstel noch viele Jahre segensreich wirken konnte.

Danke, Pater Hagen, für all Deine Mühen – möge sie Dir der Gute Hirte in Fülle lohnen!

http://stiftskirche-cappenberg.jimdo.com/2016/08/26/pater-bernhard-hagen-verstorben/


http://www.nightlinx.com/events/promoterdetail.php?pageId=373637979422594

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Interview mit Pater Hagen zum RüRo!

SONNTAG, 5 JULI 2009

Am vergangenen Mittwoch veröffentlichte unser Partner, die Meppener Tagespost, ein Interview mit Pater Hagen zum Rüt’n’Rock und unseren Projekten in Ghana. Hier noch einmal für euch!
Kreis Emsland, 01.07.2009

„Das hat mein Leben verändert, und das finde ich ganz toll“

Von Hermann-Josef Mammes, Haren.

Am 1. August findet wieder das Rüt’n’Rock-Festival in der Harener Boschstraße statt. Erneut kommt der Reinerlös dem Aktionspreis Pater Hagen zugute. Der Harener Missionspater Bernhard Hagen arbeitet seit 26 Jahren in Afrika.

Pater Hagen. Welche Projekte stehen in naher Zukunft in Kalba (Ghana) an?

In den vergangenen Jahren haben wir unsere Arbeit auf das Dorf Kalba konzentriert und u.a. die Krankenstation und -versorgung sowie Projekte zur Trinkwassergewinnung unterstützt. Es ist nun an der Zeit, unsere Arbeit auf das Hinterland unserer Partnergemeinde zu fokussieren. Neben infrastrukturellen Maßnahmen wie Zuwegung und Wasserversorgung wird hierbei die Bildung im Mittelpunkt stehen. Es ist wichtig, dass wir unseren jungen Freunden durch Schulen und die Unterstützung bei der Ausbildung eine ausreichende schulische Grundlage geben. Ziel ist die Hilfe zur Selbsthilfe.

Wie sehr sind Sie auf die finanzielle Hilfe aus Deutschland über Ihren Aktionskreis angewiesen?

Die Unterstützung, auf deren Grundlage wir in Kalba arbeiten, basiert auf den Erlösen des Aktionskreises Pater Hagen e.V., des Rüt’n’Rock e.V., verschiedener privater Spenden und der Unterstützung durch einige Firmen. Eigentlich sind der Aktionskreis und das Rüt’n’Rock der Grund, warum ich immer noch aktiv bin und was mich antreibt!

Gerade über das Rüt’n’Rock Open Air engagieren sich besonders sehr viele junge Menschen für die Krankenstation in Kalba…

Was ich für sehr interessant befinde! Es gibt immer mehr Jugendliche – speziell aus dem Emsland –, die für eine gewisse Zeit in Ghana leben möchten, um dort mit den Menschen zusammenzuarbeiten und ihnen zu helfen. So wurden die Rüt’n’Rock-Projekte 2007 und 2008 von jungen Menschen aus unserer Region in Ghana unterstützt. Auch im Herbst dieses Jahres werden wieder junge Emsländer nach Ghana reisen, um in einer Krankenstation zu arbeiten. Der Erlös des Rüt’n’Rock 2009 soll ebenfalls unter dem Motto „Unterstützung von Jugendlichen für Jugendliche“ stehen, indem wir uns auf die Bildung konzentrieren und speziell die Förderung von Auszubildenden in der Krankenstation fokussieren möchten.

Gibt es Ihnen und Ihren Helfen in Afrika zusätzliche Kraft und Motivation, wenn Sie wissen, dass so viele Jugendliche im Emsland Ihre Arbeit unterstützen?

Ja, vor allem gibt es uns immer wieder Motivation und Kraft, dass wir von so vielen jungen Menschen unterstützt werden. Ehrlich gesagt, glaube ich, dass ich meine Aktivitäten schon sehr stark reduziert hätte, wenn ich nicht immer wieder durch die Jugend neu herausgefordert werden würde!

Sie haben schon mehrfach Jugendliche aus dem Emsland nach Ghana eingeladen und das Hilfsprojekt vorgestellt. Wie sind die Reaktionen und Emotionen der deutschen Jugendlichen?

Seit Jahren helfe ich Jugendlichen dabei, eine gewisse Zeit in Ghana zu verbringen. Die erste Begeisterung ist immer sehr groß. Die Begeisterung bleibt, allerdings kommt auch immer eine Ernüchterung hinzu. Es kann schon ein kleiner Kulturschock für Jugendliche werden, da nicht nur Randbedingungen wie das Klima ganz anders sind, sondern die Menschen auch eine andere, ja vielleicht manchmal auch bedrückende Lebensweise haben: kein fließendes Wasser, kein Kochherd und ganz andere Toiletten. Doch wenn sie sich nach einigen Wochen gefunden haben, setzen sie sich ein und sind mit Begeisterung dabei. Ich habe noch keinen Jugendlichen kennengelernt, der eine solche Reise bedauert hat. Es kommen alle zurück und sagen „Das hat mein Leben verändert“, und das finde ich ganz toll!

http://www.ruetnrock.de/?cat=1&paged=69


http://www.paterhagen.de/:

Pater Bernhard Hagen, erzähl’ doch mal über dich!

Ja, ich heiße Pater Bernhard Hagen und bin im Jahre 1936 im emsländischen Haren/Altenberge geboren.

Nachdem ich acht Jahre die Volksschule in Haren/Dankern besuchte, begann ich im Sommer 1951 eine Lehre als Maurer und Zimmermann. Während meiner sechsjährigen Tätigkeit im Handwerk, wuchs in mir ein neues Lebensziel heran.

Wie geschah das?
Nach dem Krieg gab es kaum Zeitungen und Zeitschriften, es gab kein Radio, noch Fernsehen, aber es gab diese Ordensbrüder und Patres von verschiedenen Missionsorden. Sie gingen durch die Dörfer und Häuser, erzählten Geschichten aus der Mission und der weiten Welt und hinterließen Missionszeitschriften und Heftchen. Die haben dann in mir Interesse erweckt, bis ich mir sagte: Es kann nicht sein, dass es so viele arme Menschen auf der Welt gibt und niemand hilft ihnen! Da habe ich mit mit gerungen, soll ich nicht auch hingehen und helfen…?

Dieser Gedanke ließ mich nicht mehr los, ich habe gebetet, mit anderen diskutiert, ging auf die Suche nach Möglichkeiten, bis ich eines Tages zu mir und meinem Gott “JA” gesagt habe. Da wurde ich dann innerlich ganz ruhig.

Von da an habe ich ernsthaft gesucht. Was mir angeboten wurde, war ein 13 jähriges Studium: Sechs Jahre Gymnasium und sieben Jahre Theologie. Während der sechs Jahre Gymnasium musste ich jährlich 1000 DM Schulgeld bezahlen. Dieses Geld hatte ich gesparrt, denn von zu Hause konnte ich nichts erwarten. Es war damals viel Geld bei einem Gesellen-Studenlohn von 1,30 DM. Heute bewundere ich mich selber über den Mut und das eingegangene Risiko. Es war auch nicht leicht…aber es hat geklappt!

Und wie kamst du dann nach Ghana?
Am 27. Juni 1970 wurde ich an einem heißen Samstag Nachmittag von Bischof Helmut Hermann Wittler in der St. Bonifatiuskirche zu Altenberge zum Priester geweiht. Das war auch ein großes Fest für die Gemeinde und es herrschte eine tolle Stimmung.

Am 29. September 1970 flog ich dann nach Ghana in Afrika. Es gab wenig Autos und so brachte mich unser Nachbar Wilhelm Grewe zum Bahnhof. Ich fuhr mit dem Zug nach Düsseldorf, stieg ins Flugzeug und flog in die Hauptstadt Accra. Dort kam ich abends um 20.00 Uhr an Es war dunkel und heiß. Die heiße Luft ging mir durch die Hosenbeine, wie eine Heizung bis nach oben hin und dann ging das Schwitzen los…Nach der Abfertigung im Flughafen stand ich draußen in der Dunkelheit. Jeder ging seinen Weg, nur ich stand da, allein. Dann kam das Personal der Lufthansa und stieg in einen Bus. Die habe ich dann angehalten und um Hilfe gebeten. Sie nahmen mich mit in ein Hotel, denn am nächsten Tag sollte ich weiterfliegen nach Tamale in den Norden. Um 22.00 Uhr betrat ich mein Zimmer, ich riegelte es von innen ab und habe danach gut geschlafen.

Am nächsten morgen fand ich das Telefon an meinem Bett. Ich nahm den Hörer und es meldete sich die Rezeption. Dann ließ ich mich mit der katholischen Mission verbinden und erklärte ihnen, dass ich gestern Abend angekommen sei, zu den Weißen Vätern gehöre und in den Norden, nach Tamale müsse. Sie fragten nach meinem Aufenthalt. »Noch bin ich im Bett und ich stehe nicht eher auf, bis ich weiß, wohin…!« war meine Antwort. »Dann steh’ mal auf«, hieß es »nimm dein Früstück ein und fahr mit dem Taxi zur Kathedrale.« Diese Fahrt werde ich nie mehr vergessen. Dort angekommen sagte man mir, dass es im Süden keine Weißen Väter gäbe, sondern nur im Norden. Aber man hätte gehört, dass ein Weißer Vater am Vorabend von Norden gekommen sei. Den traf ich dann auch bald. Er wusste allerdings auch nichts von meinem Kommen. Kurzerhand nahm er meine Papiere an sich und sagte:

»So, ich bringe dich nun zum Flugplatz und die fliegst nach Tamale. Ich werde für dich die Formalitäten erledigen.«

»Ja, und meine Papiere?«, fragte ich.

»Danach wird keiner fragen, die brauchst du nicht.«

Das fand ich schon happig, aber was sollte es, ich bin weiter geflogen nach Tamale.

Im Flugzeug wurde es mir doch etwas mulmig, denn jetzt waren nur noch schwarze Menschen an Bord, Gentleman und Geschäftsleute mit schwarzen Hüten.

In Tamale angekommen stand ich wieder allein da. Dann sah ich in einiger Entfernung eine weiße Frau. Zu der bin ich dann hingerannt, denn sie wollte gerade in ein Auto steigen. Sie nahm mich mit zur katholischen Mission und als ich den Generalvikar begrüßte, der auch ein Weißer Vater war, sagte er: »Ja, du hast mir einen Brief geschrieben, dass du heute ankommst, der liegt hier auf meinem Tisch, das habe ich ganz vergessen….« – Naja, ich war ja angekommen.

Drei Tage später entschied man sich, dass ich zur Pfarrei Bole gehen sollte. Bole hatte damals eine Größe von 200 km Länge und 100 km Breite mit rund 270 Dörfern. In dieser Gegend war ich dann 25 Jahre tätig.


http://www.noz.de/lokales/haren/artikel/578930/buch-uber-den-harener-pater-hagen-erschienen

http://www.suedkurier.de/nachrichten/politik/So-arbeitet-ein-Missionar;art410924,5015492

http://kirchensite.de/index.php?myELEMENT=124355


Besuch in Missionsheimat
02.08.2013

Pater Hagen ist zurück aus Ghana

„Ich war wieder in meiner alten Heimat Ghana“, sagt Pater Bernhard Hagen. Fünf Wochen besuchte er jetzt das afrikanische Land, in dem er als Missionar tätig war, und das ihm zur zweiten Heimat wurde.

Foto: Marianne Sasse
Stolz zeigt Pater Bernhard Hagen Produkte aus Ghana, die er von seiner Reise mitgebracht hat.

1995 beendete er seine Missionarstätigkeit in Ghana und kehrte zurück nach Deutschland. Bis heute hält er Kontakt zu seiner ehemaligen Pfarrei und besucht sie in größeren Abständen.

„Der Kontakt zu den Menschen ist nach wie vor lebendig. Die Kinder von damals gehören heute zur leitenden Generation. Sie hatten die Möglichkeit, zur Schule zu gehen. Viele haben diese Chance genutzt und sind in führende Positionen aufgestiegen“, freut sich der Pater. „Seit 20 Jahren hat Ghana eine Demokratie, schon mehrfach hat der Präsident gewechselt, immer ohne Probleme. Diese zwanzigjährige Demokratie merke man im Volk. „Anders als zu meiner Anfangszeit in Ghana, als die Menschen verängstigt waren und bewusst dumm gehalten wurden, um sie besser lenken zu können, denken, reden und handeln die Menschen heute frei. Ich war davon sehr angetan.“

Der Pater überzeugte sich davon, dass immer mehr Schulen gebaut und Krankenstationen eröffnet werden, gerade auch im Hinterland. Zudem sei ein großer Staudamm im Norden des Landes gebaut worden, der Strom liefere bis in die Dörfer hinein. Bis dorthin wachsen auch die Infrastruktur, verbessere sich der Straßenbau. „Wo wir früher auf primitive Weise Wege und Straßen angelegt haben, baut der Staat jetzt gute Straßen mit festem Untergrund“, berichtet der Pater von seiner Reise.

Auch über die schulische Entwicklung freut er sich. „Die Schulen, die wir aufgebaut haben, werden jetzt vom Staat ausgebaut und gefördert.“ Somit wachse das Bildungswesen, das früher nur wenigen Menschen vorbehalten war. „Ich war in einem Gymnasium, das ich 1992 gegründet habe, zur Einweihung neuer Klassenräume und neuer Unterkünfte für die Schüler eingeladen. Dieses Gymnasium besuchen jetzt 1250 Mädchen und Jungen. Es war bewegend für mich zu sehen, wie stark die Schülerzahl angestiegen ist. Was mich besonders beeindruckt hat, ist die Tatsache, dass heute fast gleich viele Mädchen und Jungen das Gymnasium besuchen. Früher war Bildung eher den Jungen vorbehalten.“

Überhaupt war der Pater freudig überrascht von der großen Zahl der Kinder, die eine Schule besuchen. „Alle Klassen, die wir gesehen haben, waren übervoll, kaum eine unter 60 Kindern. Bildung ist sehr begehrt“, erklärt der Afrikamissionar, weil durch Bildung auch der Wohlstand wachse.

Er hat aber auch festgestellt, dass das Leben teurer geworden ist, durch die Investitionen in Bildung, Gesundheit und Wohnkultur. „Die Leute versuchen, Geld zu verdienen. Sie haben heute die Freiheit, Unternehmen zu gründen.“ Überall sehe man jetzt Hühner- und Schweinefarmen, große Mango-, Cashew und Shea-Plantagen und vieles mehr.

„Wenn ich an die Zeit vor 43 Jahren zurück denke, als ich nach Ghana gegangen bin, hat sich viel gewandelt. Damals waren die Menschen nackt und fühlten sich von Götterangst bedroht. Sie wussten nichts von Lebensplanung. Heute freut es mich zu sehen, dass die Menschen die Entwicklung zu ihrem Wohlergehen selbst in die Hand nehmen, wenn sie auch von westlichem Wohlstand noch weit entfernt sind“, so der Pater.“ Ich bin überzeugt davon, dass sich mein Einsatz gelohnt hat.“

In der Kirche sehe man die gleiche Entwicklung, so der Pater. 1976 taufte er die ersten 16 Christen. Vier Jahre später gründete er die Pfarrei Tuna. Die Zahl der Christen sei rasant gewachsen auf mittlerweile einige Tausend. „Heute werden sonntags zwei Gottesdienste gefeiert, weil einer nicht ausreicht, um allen Interessierten die Gelegenheit zu geben, am Gottesdienst teilzunehmen.“