Pfarrer Hermann Jaspers gestorben

Pfarrer Hermann Jaspers gestorben

Am Dienstag, dem 17. Mai 2016, verstarb Pfarrer em. Hermann Jaspers.

Er wurde am 1. Juli 1926 in Fredeburg geboren. Die Priesterweihe empfing er am 6. August 1952 in Münster. Anschließend übernahm er Kaplanstellen in Ibbenbüren St. Mauritius und Ibbenbüren St. Ludwig.

Im Jahre 1955 wurde er Religionslehrer an der Kreisberufsschule in Ibbenbüren und Subsidiar an St. Mauritius ebenfalls in Ibbenbüren. Zwei Jahre später wechselte er als Kaplan zur Propsteikirche St. Peter in Recklinghausen. Von 1960 bis 2010 war er zusätzlich Gehörlosenseelsorger im Bezirk Recklinghausen. Im Jahre 1961 wurde er zum Krankenhauspfarrer am Prosper-Hospital in Recklinghausen ernannt und war gleichzeitig Rektor der Hauskapelle. Zusätzlich erhielt er 1967 die Ernennung zum Vorsitzenden des Caritasverbandes für die Stadt Recklinghausen. Er war Träger des Bundesverdienstkreuzes. Seit dem Jahre 1991 lebte er als Pfarrer Emeritus in Recklinghausen St. Paul. Vielen Menschen in Recklinghausen ist er als treuer Seelsorger im Krankenhaus und im Einsatz für die Caritas vertraut. Er verstarb im Alter von 89 Jahren.

Das Requiem feiern wir am Samstag, 21. Mai 2016 um 09:30 Uhr in der Pauluskirche in Recklinghausen. Anschließend erfolgt die Beisetzung auf dem Nordfriedhof (Franz-Bracht-Straße).


Kaplan Hermann Jaspers 1952 (Datei 2780)

Klön-Nachmittag: St. Ludwig 1952

Donnerstag, 26. November 2009
15 Uhr Messe in der Ludwigkirche

anschl. Gesprächsnachmittag im Pfarrzentrum mit Bildern, Dokumenten und Erinnerungen unter anderem von

Pfarrer Hermann Jaspers (links)
1954 Kaplan in St. Ludwig; er wird begleitet vom letzten Kaplan in St. Ludwig Günther Grothe, Josef Bröker, Karl-Heinz Mönninghoff und weiteren Zeitzeugen.
Seit einiger Zeit gibt es Scans der alten Publikanda (Bekanntmachungen) im Archiv unserer Homepage. Diese hatte Josef Bröker zufällig gefunden. Er fand sie so interessant, dass er sie abgeschrieben und kommentiert hat (siehe unten das erste Publikandum von 1952). In diesem Zusammenhang hat er mit vielen Zeitzeugen gesprochen und herausgefunden, dass einer der ersten Kapläne von St. Ludwig, Hermann Jaspers, in Recklinghausen lebt. Aus diesem Kontakt sind die Erinnerungen von Pfarrer Jaspers erwachsen (siehe unten) und die Einladung zu dem Gesprächsnachmittag am 26. November 2009.

Wir laden dazu herzlich insbesondere alle ein, die die Zeit noch erlebt haben und Erinnerungen (auch Bilder oder Dokumente) beisteuern können.

Fotos vom Gesprächsabend

IVZ: 28. November 2009 Kaplan Jaspers berichtet aus Ibbenbürener Zeit Klönnachmittag im Pfarrheim St. Ludwig stößt auf reges Interesse (Ibbenbüren)

IVZ: 26. November 2009 Gründerjahre statt Fusionsdruck Aus den Erinnerungen von Kaplan Hermann Jaspers / Heute Klönnachmittag in St. Ludwig. Die 50er-Jahre: Aufbruchstimmung in den katholischen Gemeinden Ibbenbürens


Dokumente zum Herunterladen:

Kommentiertes Publikandum 1952

31.08.1952:
Heute sammeln die Pfarrgeistlichen in allen heiligen Messen das Opfer für unsere St. Ludwigs – Kirche. Sie geht ihrer Vollendung entgegen. Um so mehr dürfen wir wohl opferfreudige Spenden erwarten und erbitten. Unsere Frauen und Mütter haben uns durch ihr Opfer für die Monstranz gezeigt, was echter Opferwille vermag. Mögen alle Gläubigen es ihnen gleich tun.

21.12.1952 (4. Adventssonntag):
Heute ist um 13:30 Uhr Adventsandacht. Um 18:00 Uhr ist in St. Mauritius Abendmesse mit Predigt, um denen, die heute arbeiten, müssen, Gelegenheit zu geben, ihrer Sonntagspflicht nachzukommen.
Kommentar von Josef Bröker:
Gemeint ist der letzte verkaufsoffene Sonntag vor Weihnachten, genannt „Goldener Sonntag“. Ihm gingen der „Silberne Sonntag“ und der „Kupferne Sonntag“ voraus.


Hermann Jaspers: Meine erste Stelle in St. Mauritius und St. Ludwig

Auszug:
Im Oktober 1954 war ich als Kaplan nach St. Ludwig – damals noch Rektoratskirche – versetzt worden und bezog die im neuen Pfarrhaus für einen Kaplan vorgesehene Wohnung. Ich bekam ein großes Arbeitszimmer im Erdgeschoß mit eigenem Eingang und im Obergeschoß des Pfarrhauses ein Schlafzimmer mit fl. Wasser. Ein Bad stand zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung. Der Umzug von St. Mauritus nach St, Ludwig kostete 45,- DM, woraus man ersehen kann, dass meine Ausstattung noch sehr bescheiden war. Die Unkosten erstattete die Bistumskasse.
Mein neuer Prinzipal war jetzt Anton Wessels, der – wie schon erwähnt – für die Stelle eines ersten Pfarrers an St. Ludwig von den Polizeischule in Bork – dort Religionslehrer – im Oktober 1952 nach Ibbenbüren versetzt worden war. Seit dem kannte ich ihn und hatte so manches Bemerkenswerte an und mit ihm erlebt.
Mit seinem Kommen hatte in St. Ludwig der Aufbau und die Verselbständigung eines eigenen Pfarrlebens erst recht begonnen. Zum 1. November 1952 wurde ein vollständiger Pfarrgottesdienst eingeführt.
Leider war meine Zeit bei Pastor Wessels nur sehr kurz, gerade bis Ende 1954. Dann wurde ich – siehe oben – ja an die Berufsschule versetzt.
Die kurze Zusammenarbeit mit meinem neuen Pastor war sehr erfreulich und für mich auch in mancherlei Hinsicht lehrreich. Anton Wessels war vielseitig begabt. Er stammte aus einen bekannten Cafe gleichen Namens im Herzen von Emsdetten und war von daher wohl die Offenheit im Umgang mit den Mitmenschen gewohnt. Er hatte eine vorzügliche Stimme und konnte gut Klavier spielen, weniger klassisch, aber sehr volkstümlich und unterhaltsam. Im Krieg war er Sanitätsunteroffizier gewesen und hatte längere Zeit im hohen Norden der Ostfront gelegen. Dort hatte er ein Schildchen in seinem Krankenrevier angebracht, auf dem zu lesen stand:
„Zwei Dinge trüben sich bei jedem Kranken:
a) der Urin b) die Gedanken!“
Was ja auch stimmte, aber den Vorgesetzten nicht gefiel. Doch Uffz. Wessels weigerte sich, das Schildchen abzunehmen. Ich glaube, er besaß das Original damals noch.
Mir riet er speziell, ich solle mir ein dickeres Notizbuch anschaffen und darin eintragen, wenn und worüber ich mich bei meinem Pastor geärgert hätte. Später, selbst Pastor, solle ich es mir hinter den Rasierspiegel stecken und täglich in Erinnerung rufen, worauf ich acht zu geben und was ich zu unterlassen hätte!
Im Pfarrhaus schaltete Frau Hollenborg, sehr umsichtig und umgänglich. Es ist heute kaum noch vorstellbar, was diese Frauen in der und für die Pfarre bedeuteten. Sie waren permanent präsent, an der Tür wie am Telefon. Keiner klopfte vergeblich an. Sie waren die Drehscheibe im Pfarrleben, vermittelten Nachrichten und Termine, nahmen Geld entgegen und wachten mit darüber, dass nichts vergessen wurde. Verglichen damit war ihr Gehalt wirklich bescheiden. Jahrzehnte später wurde das geändert und aufgebessert. Uns Geistlichen wurden 2 % unseres Bruttogehaltes für die Haushälterinnenversorgung – unter anderem eine Rente – abgezogen.
Pfarrer Anton Wessels verstand es natürlich auch, die Jugend zur Mithilfe bei Arbeiten um die Kirche zu gewinnen. Die älteren Jungen aus der Schule warb er für die Planierung des Kirchplatzes an. Als „Entgelt“ bekamen sie den Kuchen von Bäcker Zumkley, den Pfarrer Anton dort als „vom Wochenende übrig gebliebenen“ preiswert erwarb. Als eines Tages ein Amtsbruder zu Besuch erschien und die Jungen auf dem Kirchplatz fragte, was der Pastor ihnen für die Stunde bezahle, kam er eiligst hinzu und rief dem Mitbruder zu: „Komm her und mach mir hier das Gedinge nicht kaputt!“


Weitere Archivmaterialien unter: Archiv St. Ludwig