Schweigen für den Frieden

Schweigen für den Frieden

Gemeinsames Zeichen in Ibbenbüren über Partei-und Religionsgrenzen hinweg

Viele Menschen sind erschrocken über die täglichen Nachrichten aus der Ukraine, aus Syrien, dem Irak, Israel-Palästina und vielen anderen Krisenherden. Eine Gruppe Ibbenbürener Bürger lädt zusammen mit dem Bürgermeister Heinz Steingröver und Mitgliedern der verschiedenen Religionsgemeinschaften der Stadt ein zu einem „Schweigen für den Frieden“. Es soll ein gemeinsames Zeichen der Solidarität und Hoffnung sein über alle Partei- und Religionsgrenzen hinweg.
Beginn des Treffens ist am Montag, den 1. September um 18.00 Uhr im Foyer des Ibbenbürener Rathauses. Zum Schluss der Feier soll ein Friedensbaum auf dem Klemens-Niermann-Platz gepflanzt werden.
Eingeladen sind alle Bürger der Stadt. Der Termin des Treffens (1. September) erinnert gleichzeitig an den Beginn des 2. Weltkrieges vor 75 Jahren.


Video-Beitrag von MazzTV: http://www.mazztv.de/?vid=5467
IVZ 2.9.2014

IVZ_2014_09_06_Frieden_LB

IVZ_2014_09_06_Frieden_Kommentar

PRESSEMELDUNG
25.08.2014 – Nr. 134

Erklärung des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz zur Situation im Mittleren Osten

„DER TERROR IM IRAK MUSS AUFGEHALTEN WERDEN“

Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz hat sich in Würzburg-Himmelspforten mit der aktuellen Situation im Mittleren Osten befasst. Mit Blick auf die gegenwärtige Lage erklärt der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz heute (25. August 2014):

„Der Irak, seit Jahrzehnten geschunden durch Diktatur, Krieg und Bürgerkrieg, erlebt seit einigen Monaten einen neuen Tiefpunkt seiner jüngeren Geschichte. Die Terrororganisation ISIS (seit Kurzem auch ‚Islamischer Staat‘ genannt), die schon seit einiger Zeit größere Gebiete in Syrien kontrolliert, hat in den zurückliegenden Monaten etwa ein Drittel des irakischen Staatsgebietes in ihre Gewalt gebracht und ein grenzüberschreitendes sogenanntes ‚Kalifat‘ errichtet. Die Millionenmetropole Mossul ist in ihre Hände gefallen, ebenso andere wichtige Städte. Dabei gehen die sunnitischen Dschihadisten mit ungeheurer Grausamkeit vor. Alle, die sich ihrer Version des Islam nicht unterwerfen wollen, haben zu leiden – besonders aber die religiösen Minderheiten. In der Folge von Zwangskonversionen, Vertreibung und Mord stehen die Christen und die kleine Glaubensgemeinschaft der Jesiden im Herrschaftsgebiet der Terror-Milizen vor der Auslöschung. Sie versuchen, in die autonome Kurdenregion zu fliehen, um Leib und Leben zu retten. Für die Christen bedeuten die Einnahme von Mossul und der christlichen Stadt Karakosch (das biblische Ninive) weitere Stationen des Martyriums, das mit dem Bürgerkrieg nach der Invasion des Irak (2003) begann. In den zurückliegenden Wochen hat die internationale Gemeinschaft – vor allem die Vereinigten Staaten – erfolgreich begonnen, sich dem mörderischen Treiben entgegenzustellen. 

Gemeinsam mit Papst Franziskus und den Bischöfen im Irak fordern wir: Der Terror muss aufgehalten werden, und die unzähligen Vertriebenen müssen die Chance erhalten, zügig in ihre Heimat zurückzukehren. Deshalb begrüßen wir es, dass die Staatengemeinschaft in diesen Tagen intensiv über eine wirkungsvolle Bekämpfung der ISIS-Terroristen berät. In Deutschland wird vor allem über die Lieferung von Waffen an die kurdischen Kämpfer diskutiert, die sich dem Ansturm von ISIS entgegenstellen. Dazu möchten wir als Bischöfe festhalten: Militärische Maßnahmen, zu denen auch die Lieferung von Waffen an eine im Konflikt befindliche Gruppe gehört, dürfen niemals ein selbstverständliches und unhinterfragtes Mittel der Friedens- und Sicherheitspolitik sein. Sie können aber in bestimmten Situationen auch nicht ausgeschlossen werden, sofern keine anderen – gewaltfreien oder gewaltärmeren – Handlungsoptionen vorhanden sind, um die Ausrottung ganzer Volksgruppen und massenhafte schwerste Menschenrechtsverletzungen zu verhindern. Wir erinnern in diesem Zusammenhang an die rechtliche Pflicht der Staaten, gegen Völkermord aktiv tätig zu werden, und die sogenannte ‚Schutzverantwortung‘ (responsibility to protect) zur Abwehr schlimmster, viele Menschen bedrohender Verbrechen. Diese Maßgabe entspricht den Grundsätzen der katholischen Lehre über den gerechten Frieden.

Die Lage im Orient wirft für viele in unserer Gesellschaft die Frage nach der Rolle des Islam auf. Besonders verstörend wirkt es, dass Hunderte Muslime, die in Europa gelebt haben, sich dem Kampf von ISIS und anderen militanten oder terroristischen Organisationen angeschlossen haben. Die deutschen Bischöfe stellen sich auch weiterhin all jenen entgegen, die das Feindbild eines seinem Wesen nach gewalttätigen Islam propagieren. Islam und ISIS sind nicht dasselbe. Vielmehr tobt in der muslimischen Welt selbst ein hitziger, manchmal erbarmungsloser und mörderischer Kampf um das rechte Verständnis der eigenen Religion und zu Recht wird immer wieder auf die große Zahl der Muslime hingewiesen, die Opfer dieses Konflikts werden. Hier sind die muslimischen Religions- sowie Staatsführer in besonderer Weise gefordert, Position zu beziehen. Dennoch: Die überwältigende Mehrheit der friedliebenden Muslime muss sich der Frage stellen, welche Faktoren den beängstigenden Entwicklungen in der eigenen Religionsgemeinschaft zugrunde liegen. Nur auf Fehler, Versäumnisse und Schuld zu verweisen, die außerhalb der islamischen Kultur liegen, greift zu kurz. 

Die Opfer der Katastrophen im Mittleren Osten brauchen unmittelbare humanitäre Unterstützung. Dies ist nicht nur eine Aufgabe der Staaten. Alle können zur Hilfe beitragen, dazu gehört auch die Bereitschaft, Flüchtlinge aufzunehmen. Wir danken allen, die bereits auf vielerlei Weise helfen und bitten die Menschen in Deutschland, gleich welcher Religion oder Weltanschauung sie anhängen, das Los der Bedrängten durch ihre Spende zu erleichtern. Caritas international, das auf Not- und Katastrophenhilfe spezialisierte Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, sorgt gemeinsam mit den Partnern vor Ort für eine wirksame Unterstützung der Notleidenden. 

Wir rufen die Gläubigen zum nicht nachlassenden Gebet für die Menschen im Mittleren Osten auf. Es gilt den verfolgten und bedrängten christlichen Glaubensgeschwistern, aber auch allen anderen Opfern von Willkür und Gewalt. Möge der allmächtige und barmherzige Gott in jener Weltgegend Wege des Friedens weisen, die durch die biblische Geschichte besonders ausgezeichnet ist und in der auch der Islam seinen Ursprung hat!“

Hinweis:
Für die Nothilfe und Versorgung der Vertriebenen im Irak ruft Caritas international dringend zu Spenden auf: 
Deutscher Caritasverband/Caritas international, Konto-Nr. 202, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BLZ 660 205 00, Stichwort: „Nothilfe Irak“; IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02, BIC-Nr.: BFSWDE33KRL oder online unter www.caritas-international.de


2014-08-12
Zu der aktuellen Lage im Irak
Köln, 11.08.2014: Die Islamische Religion gestattet in keinem Fall, Menschen auf Grund ihrer Sprache, Religion oder Konfession zu töten, zu foltern oder anderweitig unmenschlich zu behandeln, oder aus ihrer Heimat zu vertreiben. 
Von der Antike bis zur heutigen Zeit kann es kein gläubiger Mensch mit seinem Gewissen vereinbarn, dass Menschen, mit anderen Religionen, Glaubensbekenntnissen, Weltanschauungen, Denkarten oder anderer Zugehörigkeiten, mit denen wir zusammenleben einer Handlung oder einer Behandlung gegen die Menschenwürde und den Menschenrechten ausgesetzt werden. 
Seit Jahrhunderten leben die Muslime im Nordirak in Frieden mit ihren Nachbarn, den Religionsgemeinschaften der Yeziden und den Christen, die nun durch die ISIS unmenschlichen Angriffen, Verfolgung und nahezu einem Massenmord ausgesetzt sind.  
Ebenfalls werden auch Muslime unterschiedlicher Konfessionen und Strömungen von diesen religiösen Eiferern und Fundamentalisten verfolgt, gequält und gefoltert, was gegen das  soziale Gewissen verstößt und uns als Muslime zutiefst verwundet.
Wer Menschen aufgrund des Glaubens oder der Konfession verfolgt oder tötet, kann dies nicht mit dem Islam begründen.  Der Islam, welcher besagt, dass “das Töten eines Menschen ein genauso großes Verbrechen und Sünde ist, als hätte man die ganze Menschheit getötet;” (el-Maide 5/32), ist fern allen schlechten Zuschreibungen  und Diffamierungen.
Alle Muslime und die gesamte Menschheit sind gefordert, sich diesen unmenschlichen Übergriffen und Brutalitäten mit einer gemeinsamen, starken Stimme entgegen zu stellen. Die Öffentlichkeit darf nicht in eine Zuschauerrolle verfallen. Unsere Erwartung ist, dass in dieser Lage schnellstmöglich einen nachhaltigen Frieden schaffende Lösungen gefunden werden.
Möge Allah, unser barmherziger Schöpfer, die Menschen in allen Teil der Erde, unabhängig von Religion, Konfession und Gesinnung, vor Unterdrückung, Folter und Verfolgung behüten.

Türkisch-Islamische Union (DITIB)


 

Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V.

Donnerstag, 31.07.2014

31.07.2014 ZMD zur Situation der Christen im Irak: Solidarität mit Menschen in Not ist eine menschliche Pflicht und ein verbindlicher Maßstab für alle!



Zur Situation der Christen im Irak und speziell in Mossul sagte Aiman Mazyek, Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Deutschland (ZMD), heute in Köln: „Die Vertreibung der irakischen Christen durch die terroristische ISIS ist ein Akt des Unrechtes, ist gegen den Islam, verstößt gegen internationales Recht und gegen die Menschlichkeit.“ Der ZMD begrüßt außerordentlich, dass sich namhafte muslimische Gelehrte und Gruppen vor Ort  hier eindeutig positioniert haben und gegen dieses Vorgehen protestieren.

Solidarität mit allen Menschen in Notsituationen ist ein elementares Gebot im Islam. Der ZMD verweist in diesem Zusammenhang auf eine gesicherte Aussage des Propheten Muhammad (Hadith), wonach dieser Muslime ermahnt sich gegen diejenigen zu stellen, die Nichtmuslimen Unrecht antun, sie diskriminieren, ihnen etwas auferlegen, was sie nicht zu tun vermögen oder ihnen etwas rauben, gegen diesen werde er „der Ankläger am Tage der Auferstehung sein“.

Der ZMD verurteilt jegliche Doppelmoral und ruft alle Muslime in Deutschland dazu auf, gerade in Zeiten der Kriege, wo wie z.B. in Syrien Muslime die Hauptleittragenden sind, gerecht zu handeln, und weiter deutlich Unrecht egal gegen wen auch als solches zu benennen. Das Vorgehen gegen die Christen im Irak ist zu verurteilen und es muss alles getan werden, damit „unseren christlichen Brüdern und Schwestern“, ihr Recht zurückgegeben wird.

Abschließend hält der Vorsitzende des ZMD fest: “Mitmenschlichkeit und Solidarität mit Menschen in Not sind essentielle Charaktereigenschaften des Menschseins. Sie sind darüber hinaus zentrale Lehren der abrahamitischen Religionen. Ein Jude, Christ oder Muslim sollte diese Lehren seiner Religion weder einem tagespolitischen Zeitgeist, noch einer falsch verstandenen Verbundenheit mit Glaubensgeschwistern, die ein eklatantes Unrecht begehen, unterordnen. Mitmenschlichkeit und Solidarität sind keine Werte, die nur einseitig eingefordert werden können. Wer Frieden will macht diese Werte zum allgemein verbindlichen und verpflichtenden Maßstab, an dem wir uns alle – Juden, Christen und Muslime – messen lassen müssen, wann und wo auch immer Menschen in Not geraten.“

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD)  begrüßt und unterstützt zudem den Aufruf des ZMD-Mitglieds Deutsche Muslim Liga e.V. die Petition „Helfen wir den Christen im Irak!“ (http://www.citizengo.org/de/9808-retten-wir-die-christen-im-irak?tc=ty&tcid=5559876) zu unterschreiben.

Köln, 31.07.2014 


Radio Vatikan

 

Islamische Welt: Muslime distanzieren sich vom IS

Immer mehr Vertreter des Islam verurteilen die Gräueltaten der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ im Irak und in Syrien. Vor kurzem hatte eine ungewöhnlich deutliche Stellungnahme aus dem Vatikan die Praktiken des „Islamischen Staates“ zurückgewiesen und namentlich muslimische Religionsführer dazu aufgefordert, klar und mutig die „unsäglichen Verbrechen“ der Dschihadisten zu verurteilen.


„Wir sind angewidert von den Berichten über Massenexekutionen von und Morden an Zivilisten.“ Das sagte der Premierminister des mehrheitlich islamischen Malaysia in einer am Mittwoch von der staatlichen Nachrichtenagentur Bernama verbreiteten Stellungnahme. Die Taten des „militanten IS“ stünden im Gegensatz zu den „Lehren des Islam, der Kultur und Menschlichkeit“, so Najib Razak.

Vergangene Woche hatte Malaysias Nachbar Indonesien den IS ausdrücklich verurteilt und als terroristische Organisation verboten. Indonesien ist die Nation mit dem größten muslimischen Bevölkerungsanteil der Welt. Sowohl unter indonesischen als auch unter malaysischen Muslimen gibt es Anhänger des IS, die sich den Milizen in Syrien und dem Irak angeschlossen haben. Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass IS-Anhänger außerdem in den beiden südostasiatischen Staaten selbst aktiv sind.

Der Großmufti von Saudi-Arabien erklärte den „Islamischen Staat“ laut Medienberichten zum „größten Feind des Islam“. „Extremistische und militante Ideen und Terrorismus, die der Erde Ruin bringen und die menschliche Zivilisation zerstören“, seien „nicht Teil“ dieser Religion, so der Scheich. In Saudi-Arabien wird eine strenge Form des Islam, der Wahabismus, praktiziert, der unter anderem auch die Todesstrafe für den „Abfall vom Islam“ und Ehebruch vorsieht. Die Ausübung einer anderen Religion, etwa des Christentums, ist verboten. Das Königreich finanziert auch Rebellen im syrischen Bürgerkrieg, distanziert sich aber von Terrornetzwerken wie IS und al Kaida.

Ähnlich wie Scheich Abdel Asis äußerte sich Großmufti Shawqi Allam in Ägypten. Er erklärte IS zu einer „Gefahr für den Islam und die Muslime“. Durch das Blutvergießen beschmutze die Terrororganisation das Ansehen des Islam. Die Grausamkeiten des IS im Irak und in Syrien seien im Islam „nicht zu rechtfertigen“, betonte auch der Großmufti der Türkei.

(kna/idea/rv 28.08.2014 pr)

Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2014/08/28/islamische_welt:_muslime_distanzieren_sich_vom_is_/ted-822082 des Internetauftritts von Radio Vatikan