Teresina-Besuch Tag 9-12: Lencois Maranhesses

Teresina-Besuch Tag 9-12: Lencois Maranhesses

Von Mittwoch bis Samstag (8.-11. Juli 2015) sind wir in Barreihinha.

Ziemlich pünktlich um 9 Uhr sitzen wir im Auto, eine Stunde später als geplant. Unser Fahrer Frazao, der selbstständig ist, ist wieder sehr hilfsbereit beim Verstauen der vielen Koffer. Immerhin werden wir für drei Nächte unterwegs sein. In einem großen Bogen geht die 10-stündige Fahrt nach Barreirinhas östlich von Sao Luis. Letztlich werden wir 575 Kilometer fahren, Luftlinie wäre die Fahrt höchstens die Hälfte weit. Schon bald geht in Teresina über die Eiserne Brücke und den Parnaiba in den Bundesstaat Maranhao nach Timon. Obwohl die beiden Städte nur durch den Fluss getrennt sind, ist die Armut hier unmittelbar spürbar. Maranhao gehört zu den ärmsten Bundesstaaten Brasiliens.

Um 13 Uhr machen wir Rast an der Churrascaria Pernambuco, wo es bei einem Self-Service zu essen gibt. Dabei wird das abgerechnet, was an Gewicht auf dem Teller ist. Außerdem gibt es hier natürlich WiFi…

Da es gegen 18 Uhr fast schlagartig dunkel wird, kommen wir gegen 20 Uhr schon a noite in Barreirinhas an der Poussada Lins an, die Tony extra für uns in der Stadtmitte reserviert hat. Wir bekommen gute Zimmer, Franziska hat einen Pool. Dann geht es zum Abendessen nur ein paar Schritte an den Fluss Preguica: Flüssigkeitsausgleich, Live-Musik, gutes Essen, WiFi besser als in der Poussada…

Am Donnerstagmorgen verlassen wir ausgeruht und nach einen guten Frühstück (Rühreier, eine Art Brötchen, usw.) die Unterkunft und werden am Fluss von zwei Booten empfangen: die Deutschen mit Candida in ein Boot, die Brasilianische Familie (Ricardo, Benta, Ricardo junior und Thais) in das andere kleinere. Dann fahren wir über 8 Stunden und hin und zurück insgesamt 80 Kilometer über den Preguica bis zur Atlantikküste. Die malerische Strecke führt uns an den Wäldern und Inseln vorbei. Unser Bootsführer Sesinho, der hier geboren ist, erklärt uns, dass wir nun auch durch einen Kanal fahren, den die Einheimischen hier gegraben haben, um eine Abkürzung zu bekommen. Aus einem kleinen zwei-Meter-Kanal ist inzwischen über die Jahre ein kleiner Fluss geworden. Unterwegs begegnen uns immer wieder Fischerboote.

Erster Halt ist an der Barracao da Graca mit einfachem Restaurant und Toilette. Attraktion sind hier auch einige Äffchen, die mit Bananenstücken gefüttert werden können. Hier gibt es auch Kokoswasser. Franziska ist in der ersten Lagune im Wasser verschwunden, Candida findet sofort die Hängematten…

Dann geht es weiter, schon fast an der Küste, zum Leuchtturm Atíns. Benta warnt uns, bei der Hitze die 160 Stufen hoch zu gehen, aber die meisten von uns machen es trotzdem und genießen den malerischen Blick aus der Höhe. Der Eintritt ist frei, aber man muss sich vorher in eine Art Gästebuch eintragen. An der Bootsanlegestelle gibt es noch einen Caipirinha-Stand. Ich versuche mal einen mit Maracuja, aber der hat mir zu viele Kerne…

Weiter mit dem Boot nach Caburé. Hier bestellen wir unser Mittagessen. In der Zeit bis dahin können wir noch baden gehen. Die Anlegestalle liegt genau zwischen dem Fluss und dem Meer. Wir gehen erst die 5 Minuten zum Meer und baden in sehr salzigem Wasser. Ricardo lässt uns mit einem Quad Wasser und Bier an den Strand bringen. Dann Mittagessen im Restaurante Zezao. Dann entsalzen im Fluss und eine schöne und schnelle Rückfahrt auf dem Preguica nach Barreirinhas. Am Abend nach dem Duschen noch edinmal Abendessen im Restaurant neben dem gestrigen. Hier dauert es etwas länger, ist etwas teurer, und das Internet ist auch langsamer…

Am Freitagmorgen starten wir nach einem guten Frühstück um 9 Uhr mit zwei Jeeps Richtung Dünen. Unser Toyota entspricht nicht ganz den deutschen Sicherheitsanforderungen, ist aber relativ gut gefedert. Zunächst geht es aus der Stadt hinaus mit einer Fähre über den Rio Preguica. Wir müssen aussteigen, es passen immer vier Jeeps auf die Fähre. Wir werden heute über 11 Stunden unterwegs sein und 43 Kilometer zurücklegen, bleiben aber immer am Ostende des Nationalparks Lencois Maranhesses, der etwa 240 Kilometer Durchmesser hat. Die Fahrt ist über Sandwege sehr holprig, führt oft an Bäumen und durch kleine Wäldchen durch, mehrmals durchqueren wir kleinere Flüsse oder Tümpel.

Erster Halt ist an einer Dünenlandschaft mit drei Lagunen, die jeweils von einigen immer ausprobiert werden: Preguica, Emeralda und Azul. Für mich ist die Sonne ohne Schatten sehr anstrengend. Dann geht es weiter mit den Jeeps zur Mittagspause. Das vorbestellte Essen ist hier sehr einfach. Aber natürlich gibt es hier auch Wasser, Guarana und Bier. Wir haben hier über zwei Stunden Pause, die einige in den Hängematten genießen. Wir würden uns eine solche Konstruktion gerne auch auf dem Kirchplatz wüschen!

Zur letzten Station brechen wir gegen 15 Uhr auf, mit etwa 40 Metern eine der höchsten Dünen hier. Der Aufstieg ist für einige sehr anstrengend, die letzten Meter hilft sogar ein Seil, sich nach oben zu angeln. Dann aber ist der Ausblick überwältigend: Sand, Lagunen und Dünen wohin das Auge blickt. Und darüber, schon tiefstehend, die untergehende Abendsonne. Einige nutzen wieder das Baden in der Lagoa bonita. Gegen 17.30 Uhr treffen sich alle wieder am höchsten Punkt, um den Sonnenuntergang abzuwarten. Es herrscht eine wunderbare Stimmung, schöne Bilder können gemacht werden.

Kaum ist die Sonne weg, ertönen die Pfiffe der Reiseleiter, damit die Gruppe noch im Dämmerlicht wieder zurück kommt. Ein weiterer Grund der überaus rasanten Rückfahrt zeigt sich am Schluss: hier stauen sich die Jeeps bei der Fähre… Müde, aber mit einem herrlichen Erlebnis reicher kehren wir zur Poussada zurück. Das Abendessenb ist noch einmal in unserem „ersten“ Restaurant. Ein freundlicher Kellner scheint uns schon erwartet zu haben. Das Essen ist schnell und gut. Heute Abend ist wohl ein „Bullenfest“, das vom Bundesstaat ausgerichtet wird. Nach der kulturellen Eingabe beenden wir den Tag mit einem Caipirinha com Laite.

Am Samstagmorgen fahren wir bereits früh um 7.30 Uhr ab. Die Rückfahrt ist schnell und ohne Komplikationen, wir machen wieder im selben Restaurant Mittagspause wie auf der Hinfahrt. Thais machen wir mit unseren Gummibärchen glücklich. In Teresina ziehen einige noch einmal in der Drogerie Geld vom Automaten. Von unseren zwei Hausfrauen werden wir mit kühlen Getränken und einem üppigen Abendessen erwartet. Dann zeigt sich Severin als Chef de Caipirinha, und wir versuchen mehrere Variationen. Es ist schön, wieder „Zuhause“ zu sein.

Fernsehbericht von globo.tv über das Ausflugsgebiet

Teresina-Besuch tag 9-12: Lencois Maranhenses

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