Vermittlung tiefer Gefühle Benefizkonzert in der Ludwigkirche

Vermittlung tiefer Gefühle Benefizkonzert in der Ludwigkirche

Es war ein besonderer Gottesdienst in der sehr gut besuchten Ludwigkirche, denn vergangenen Sonntag schloss sich an die 11-Uhr-Messfeier ein Benefiz-Konzert an.

Bela Berkemer-Makharadze (Violine) und Uwe Berkemer (Klavier) unterstützten mit diesem Konzert in der Reihe der vom Familienzentrum initiierten Aktivitäten die Deutsche Duchenne-Stiftung. Die nach einer seltenen Muskelerkrankung benannte Stiftung hat zum Ziel, die Forschung über die bis heute unheilbare Erkrankung voranzutreiben und betroffene Familien beratend zu begleiten.

Da auch Anton, ein Kind des Familienzentrums, an dieser Muskeldystrophie leidet, liegt der Gemeinde die Unterstützung der Stiftung und damit auch von Anton besonders am Herzen. Getreu dem Leitgedanken „Wenn alle teilen, kann allen geholfen werden“ gipfelte die Welle der Hilfsbereitschaft, die in einer St.-Martins-Aktion angelaufen war, nun in einem „Frühlingskonzert“ des Musikerehepaares.

Die Berkemers eröffneten das Konzert der Jahreszeit entsprechend mit dem „Frühling“ aus den „Vier Jahreszeiten“ (Op. VIII Nr. 1) von Antonio Vivaldi. Auf dieses hoffnungsvolle Barockstück folgte mit „Vocalise“ von Sergei Rachmaninow (Op. 34, Nr. 14) ein Sprung ins 20. Jahrhundert. Gleichzeitig gab es einen deutlichen Stimmungswechsel in der Musik. „Vocalise“, ursprünglich für eine Singstimme komponiert, enthält zwar keinerlei Text, dennoch wird der Hörer von Melancholie und Sorgen erfasst. Auf das Bedauern einer Sängerin über den fehlenden Text soll Rachmaninow geantwortet haben: „Wozu brauchen Sie Worte, wenn Sie mit ihrer Stimme doch mehr Emotionen ausdrücken können, als mit Worten möglich wäre.“

Berkemer-Makharadze spielte das Stück zwar auf der Geige, dürfte mit ihrer wunderbaren Interpretation aber nicht weniger Emotionen wach gerufen haben. Hier wie auch bei „Nostalgia“ und „Nocturne“ von Vasha Azarashvili (geb. 1936) standen Wehmut und die Sehnsucht nach Geborgenheit im Vordergrund, während das abschließende Stück des Konzertes „Sajidao“ von Tsintsadze eher die kämpferische Seite für ein lebenswertes Leben betonte. Dazu passten die kaukasischen Traditionals gut, die Berkemer in Konzertform für Geige und Klavier gegossen hatte.

Nur der Ungarische Tanz Nr. 5 von Johannes Brahms überbot diese noch an Lebensfreude und Spritzigkeit. In der überzeugenden Interpretation der Berkemers konnte man ihn auch als Aufforderung verstehen, trotz vieler schwerer Momente auch jeden schönen Augenblick voll auszukosten.

Die Vermittlung tiefer Gefühle führte zu großer Begeisterung und stehenden Ovationen. Ein inniger Gesang Bela Bekemer-Makharadzes als Zugabe dürfte die Spendenbereitschaft des Publikums nochmals gesteigert haben, ganz sicher aber den Dank für dieses emotionsgeladene Konzert.