„Wohnbauflächen in Schierloh sind ein guter Standort“ – Uwe Manteuffel zu Gast bei der KAB St. Johannes Bosco

Einige Themen hatte Uwe Manteuffel, Fachdienstleiter für Stadtplanung und Geschäftsführer der Schnittstelle Kohlekonversion mitgebracht. Wohnen in Schierloh-Langewiese war das beherrschende Thema.

Beate Schnittger von der KAB St.-Johannes Bosco und Markus Weweler vom Interessenverein Schierloh-Langewiese konnten mehr als  60 Personen im Bewegungsraum des St.-Johannes Bosco Kindergartens begrüßen.

Uwe Manteuffel erklärte zu Anfang, dass bei zukünftigen Neuentwicklungen von Wohnbauflächen die Wirtschaftlichkeit durch einen Kostenrechner zu prüfen ist. Vor genau 1 ½ Jahren wurden insgesamt 4  Ibbenbürener Wohnbaugebiete über diesen Kostenrechner unter Anwendung der Software „LEANKom“ untersucht. Mit Zahlen, Daten, Fakten wurde den Zuhörern ein konkretes Bild vermittelt. „Wir haben viele Baugebiete in Deutschland verglichen, so liegen die Herstellungskosten pro Wohneinheit in der untersten Marge zwischen 2.500 € und bis über 18.000 €, das sind die Kosten, die die Kommune aufbringen muss. Wir müssen uns schon genau überlegen, wann die Neuentwicklung eines Wohnbaugebietes wirtschaftlich ist und wann es sich lohnt, in Flächen hineinzugehen. Der Bereich Johannesstraße ist von Straßen umgeben, ist mehr oder weniger nur von 2 Stichen zu erschließen. Die Erschließungskosten betragen pro Wohneinheit nur 2.233 €. Schnell kommt man hier in die Gewinnzone, selbst wenn man die gering verdichtete Variante mit 28 Wohneinheiten heranzieht. Bei mäßiger Erhöhung der Dichte von 28 auf 36 Wohneinheiten kommen wir schnell höher in die Gewinnzone. Die Wohnbauflächen an der Johannesstraße sind ein guter Standort. Es gibt in unmittelbarer Nähe einen Kindergarten, eine Grundschule, es gibt Versorgungseinrichtungen, wir haben die Straßen drum herum. Zur Entwicklung einer Fläche muss man aber Eigentümer sein. dies sind wir nicht! Das heißt, ich kann ihnen heute nicht sagen, wann wir an diese Fläche herankommen. Der jetzige Eigentümer muss bereit sein, die Flächen zu verkaufen„, so der Stadtplaner. Für einige Zuhörer war das ein Wehrmutstropfen. Sie hatten darauf gehofft, im Bereich Johannesstr. eine Fläche mittelfristig zu erwerben.

Uwe Manteuffel, Beate Schnittger, Markus Weweler

Uwe Manteuffel, Beate Schnittger, Markus Weweler

„Wenn wir über Flächenentwicklung oder Neubaugebiete sprechen, muss man berücksichtigen, dass derzeit über 70%-80% aller neuen Wohnungen auf Bestandsgrundstücke stehen, so Manteuffel. Die entstehen nicht in Neubaugebieten, sondern im Sollbestand entweder durch Nachverdichtung in zweiter Reihe oder Baulückenschließung. In Ibbenbüren reden wir von 700 Grundstücken, die Baulücken sind. Diese Baulücken stehen dem Wohnungsmarkt derzeit  aus unterschiedlichsten Gründen nicht zur Verfügung.“ 

Bei der Diskussion um die Weiterentwicklung des Gewerbegebietes Schierloh Ost merkte man, dass das Thema die unmittelbaren Nachbarn bewegte. Forderungen nach einer zweiten Ausfahrt in westlicher Richtung zur St.-Josef-Str. bei einer Erweiterung des Baubetriebshofs wurden laut. Des Weiteren fordern die Nachbarn eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h auf der Gravenhorster Str.  35-40% der Gewerbeflächen sind in Schierloh verkauft. Es sind noch einige Flächen reserviert, wo Firmen ihre Bedarfe angemeldet haben. Die Erweitungsmöglichkeiten gehen nur nach Westen, nach Norden geht nichts mehr, über die Aa können wir nicht hüpfen, so Manteuffel! Zum Schluss wurde kurz über den Sachstand der Kohlekonversion berichtet. 500.000 € Fördermittel sind schon von der Schnittstelle abgegriffen worden. Für die Zukunft sollen weitere Mittel bereitgestellt werden. Wir haben stark auf die Beteiligung der Bürger gesetzt. Es hat sich gelohnt, die Veranstaltungen waren immer sehr gut besucht. Am Onlineaufruf im Internet haben sich 3.000 Menschen beteiligt. Wir sind gut auf den Strukturwandel vorbereitet und sehen gute Aussichten für unsere Region, so der Geschäftsführer der Schnittstelle Kohlekonversion.

(Text: Markus Weweler, Foto: Jens Michael Eiben)